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Catharina Peters schreibt aus Henan, Zhengzhou (China)

Hey, ihr Lieben!

Bu hao yi si -was heissen soll, dass es mir leid tut, dass ich lange nicht geschrieben habe ;). Nach einer langen Zeit melde ich mich dann aber doch mal wieder...
Wir sind hier nun im Jahr des Schweines angekommen! Mit viel viel Feuerwerk und einer Menge Traditionen wurde das Ganze gefeiert...
Am Tag vor Neujahr macht die Familie dann zusammen Jiaozi??. Niemand geht ins Bett vor Mitternacht... als erstes wird dann eine unendlich lange Schlange aus Feuerwerkskoerpern (die nur laut sind) angestellt, um die boesen Geister zu vertreiben... dann isst man zusammen Jiaozi (in diesem Jahr jeder 7, weil wir das Jahr 2007 schreiben)
Die restlichen Tage des Fruehlingsfestes (chunjie)verbringt man dann damit, die Familie zu besuchen... man besucht die Grosseltern und isst gemeinsam (generell isst man noch mehr als man normalerweise schon so essen muss)
Das ist dann auch die Zeit, zu der die Kinder rote Umschlaege mit Geld bekommen (hongbao). Nun ist es aber so, dass man nur das Geld der Grosseltern behaelt... wenn irgendwelche Tanten und Onkel dir Geld in die Hand druecken, gibst du das deiner Mutter, damit sie dann das Geld den Kindern der ensprechenden Tanten und Onkel gibt... deren Kinder es dann meistens wieder an die Eltern geben (also nur ein Tausch von Geld).
Das Feuerwerk ging noch bis 2 Wochen nach dem eigentlichen Neujahr. Das Ende der Feierlichkeiten des Fruehlingsfestes ist das yuanxiaojie (in Deutschland wird es auch Laternenfest genannt).
Was hatte das Ganze so Gutes? Eine Menge Ferien, die einen echt zum Nachdenken gebracht haben. Ueber alles hier... aber am Ende der Ferien hab ich mich dann doch auf Montag gefreut gehabt, ich bin dann wieder um 6.15 Uhr aufgestanden, um zur Schule zu gehen (und ja erst um 18 Uhr wieder zu Hause gewesen). Als Montagmorgen mein Wecker geklingelt hat, hab ich nochmal drueber nachgedacht , ob ich mich wirklich so freue...aber doch, ich hab mich gefreut J
Ach ja, wer sich grad gedacht hat, die Traditionen hoeren sich alle gaaanz toll an, ich war die Nacht im Zug zurueck nach Zhengzhou mit meiner Familie. Wir waren vorher in Harbin, Changchun und Shenyang... es war echt schoen dort, wir haben dann aber auch das wichtigste Fest hier in China im Zug verbracht... die Jiaozi haben wir vorher aber im Restaurant gegessen und angekommen in ZZ sind wir ja dann auch Neujahr...
Was es sonst noch so gibt? Die Kameraleute waren jetzt mal wieder hier. Dieses Mal hat es echt viel Spass gemacht. Das Ganze war gar nicht mehr so stressig sondern einfach nur lustig. Ich habe eine Reihe netter Leute kennengelernt und im Juni/Juli darf ich mich dann freuen, dass das Team wieder in gleicher Besetzung kommt...
Nun bin ich schon etwa 2 Wochen wieder in der Schule. Ich versteh mich mit meinen Klassenkameraden und Freunden aus anderen Klassen so gut wie noch nie. Mittags treffe ich mich nun so gut wie immer mit Freunden und verbringe meine Zeit nicht wie die anderen Austauschschueler im Klassenraum zum DVD schauen. Ich habe das Gefuehl, dass mein Chinesisch nun erst wirklich gut wird, weil ich eigentlich den ganzen Tag Chinesisch spreche. Meine beste Freundin der Austauschschueler ist Nett, die Thailaenderin, und wir unterhalten uns meist auf Chinesisch - falls unsere Gespraeche nicht zu kompliziert sind...
Ende April muss ich dann meinen HSK(han yu shui ping kao shi) schreiben. Das ist der bekannteste Chinesischtest fuer Auslaender oder Chinesen, die Minderheiten angehoeren oder im Ausland aufgewachsen sind. Ich werde ihn im mittleren Level schreiben. Das Lustige dabei ist nur, dass, wenn chinesische Freunde meine Uebungsblaetter und Buecher sehen und dann schauen, wie „einfach“ es fuer sie doch sei, sie dann aber meist nur meinen, sie wissen es auch nicht. Meine Sitznachbarin hat dann letztens meinen Zettel gesehen und meinte dann doch glatt zu mir, genau so sind ihre Chinesisch (yuwen) Examen auch... na schoen ;). Ich werd mich dann nun fleissig ans Lernen machen, weil im April noch die anderen Austauschschueler aus (Harbin) kommen, und wir dann gemeinsam nach Xi’an fahren, und danach haben wir unseren AFS-Culture-Travel nach Changzhou, sodass etwa 1 1/2 Wochen des Lernens wegfallen.

Hier kommt nun einmal mein persoenliches China-ABC:

A wie Auslaender:

Sind in China echt selten zu finden, daher werden alle angestarrt. Auf der Strasse schreien die Leute dir dann waiguoren oder laowai hinterher und bringen die anderen Chinesen dann auch dazu, dich anzustarren.

B wie Busfahren:

Kostet zwischen 1?(entspricht 10cent) und 2? pro Bus (wer umsteigt muss nochmal zahlen), ist entschieden billiger als mit einem Taxi zu fahren, jedoch meist total ueberfuellt.

C wie Chinesisch:

Klang am Anfang nur merkwuerdig, ist aber nun echt Alltag.

D wie datoutie:

Das sind kleine Foto-Sticker, die man an Automaten macht. Wenn man mit Chinesen shoppen geht, kommt man darum eigentlich nicht herum. Es macht total viel Spass und man hat auf jedenfall tolle Erinnerungen an schoene Shopping-Tage.

E wie Essen:

Oh, es schmeckt doch einfach nur zu gut! Chinesisches Essen hier und das in Deutschland im China-Restaurant kann man gar nicht vergleichen. Es schmeckt nicht nur alles suess-sauer , sondern es gibt einfach tausende verschiedene Speisen. Wenn man ins Restaurant geht, bestellt man immer Speisen, die dann auf einen runden Tisch mit drehbarer Glasscheibe gestellt werden. Jeder kann sich dann bedienen.... lecker !.

F wie Freunde:

Am Anfang war ich sehr froh, die anderen Auslaender hier zu haben. Durch Sprachschwierigkeiten, Schuechternheiten... wurden wahre Freundschaften zu Chinesen erst nach einer Weile wirklich aufgebaut. Ich bin echt froh, sie zu haben. Mit ihnen kann man wirklich ueber alles reden, lachen... und wenn man dann doch mal jemanden mit genau den gleichen Problemen eines ATS in der weiten Welt braucht, hab ich meine Auslaenderfreunde, die dann wissen, was zu tun ist. Und die Deutschen Freunde?!? Mit denen bleibt man dank ICQ, MSN und Telefon dann doch immer noch in Kontakt.

G wie Gastfamilie:

Dazu hab ich in meinem letzten Eintrag glaub ich schon eine Menge geschrieben. Ich hab mit meiner Familie echt super Glueck gehabt... wie Topf auf Deckel sozusagen... Sie sind wirklich wie meine richtige Familie zu mir! Besonders gut versteh ich mich mit meiner Mama. Nach dem Abendessen sitzen wir meist noch etwa eine Stunde am Esstisch und reden nur ueber Gott und die Welt. Nun habe ich 2 Familien etwa 7000km entfernt voneinander. 2 Familien, die manchmal unterschiedlicher nicht sein koennten, und manchmal doch genau gleich sind.

H wie Heimweh:

Sagen, dass ich es noch gar nicht hatte, moechte ich nun nicht. Aber es sind dann nur kleine Dinge, die mich dann manchmal dazu bringen, an Deutschland zu denken. Wenn ich krank bin oder wenn ich totale Langeweile habe(dazu unter L aber mehr), dann kommen mir dann doch die Gedanken, oder in der Nacht traeume ich manchmal von Deutschland (besonders lustig, wenn ich dann von Freunden traeume, die dann auf einmal Chinesisch sprechenJ )

I wie Imbiss:

Sobald man auf die Strasse geht, stehen sie schon ueberall - Chinesen mit ihren Essensstaenden. Das Essen ist billig und extrem lecker. Ich vertrag es aber erst so seit dem 3.Monat hier, ansonsten gibts Bauchschmerzen oder andere nette kleine Nebenwirkungen..
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J wie Jiaozi:


Es ist eine der bekanntesten chinesischen Speisen. Man kann es etwa mit Teigtaschen vergleichen. Ich liebe sie einfach nur... Es gibt viele verschiedene Fuellungen z.B. mit Fleisch, Ei oder Moehren..., und ich kann sie mittlerweile selbst kochen J

K wie KTV:

KTV ist nichts anderes als Karaoke. Das Hobby eines jeden Chinesen. Dort beweisen sie dann jedes Mal ihre Gesangskuenste und haben zusammen Spass.

L wie Langweile:

War am Anfang echt ein grosses Problem fuer mich. Ich wusste besonders morgens im Unterricht nicht wirklich, was ich machen sollte. Dadurch, dass ich nichts verstanden hab, war man dann in seiner kleinen Welt erst mal allein. Nun ist dieses Wort aber schon so gut wie aus meinem Wortschatz gestrichen. Wenn sich Langeweile anbahnt, weiss ich, was ich machen kann, wohin ich gehen kann und vor allem, dass ich doch nicht in meiner kleinen eigenen Welt lebe, sondern in einer riesengrossen Welt zwischen Millionen von Chinesen, 7000km weit weg von zu Hause, wo ich die weite Welt entdecken kann...

M wie Mode:

*Raeusper* ist an China vorbeigegangen.

N wie Natur:

In der Stadt kaum zu finden, sobald man dann aber ins Umland faehrt, findet man superschoene Plaetze, wo die Luft dann auch klar ist und man fast vergisst, dass man sonst inmitten einer 6-Millionen Stadt wohnt.

O wie Oberflaechlichkeit:

In Deutschland wurde ich bei den Vorbereitungen immer wieder darauf hingewiesen, dass man oft nur Oberflaechlichkeiten begegnet. Mir persoenlich ist es ein Raetsel, wieso mir das auf der Vorbereitung so gesagt wurde. Die Leute sind total offen und von Oberflaechlichkeit ist keine Spur zu merken.

P wie Party:

Das ist dann doch eine Sache der Auslaender. Chinesische Schueler gehen bis sie in die Uni kommen nicht wirklich auf Partys, da ihre Eltern wollen, dass sie mehr lernen und sich auf die Schule konzentrieren. Aber wenn wir Austauschschueler uns in China treffen, dann weiss man auf jeden Fall, dass der Abend nicht langweilig wird.

Q wie Quatschen:

Wenn ich an Quatschen denke, fallen mir direkt 3 Sachen ein, 2 Menschen und eine Taetigkeit J Zu den Menschen dann direkt, meine Mama und Nett. Mit den 2 kann ich echt ohne Ende quatschen. Es fehlen nie Themen und ja, ich kann die 2 als Quatschtanten bezeichnen J. Die Taetigkeit wuerde ich dann das Telefonieren nennen. Zum einen mit den anderen Austauschschuelern in China, mit denen man eigentlich auch immer was zu besprechen hat oder den neusten Tratsch bequatscht, zum anderen mit den deutschen Freunden, die mich am Wochenende auch so manchmal bis 3 Uhr nicht schlafen lassen. Aber das ist es dann doch wert J

R wie Rabatt:
In China ohne Rabatt zu kaufen ist nur dumm. Man kann ueberall feilschen und wer das nicht macht - selbst schuld.

S wie Schule:

In der Schule verbringe ich etwa die Haelfte meines Tages. Morgens 6.40 Uhr bin ich auf dem Weg zur Schule – abends 18.20 Uhr bin ich auf dem Weg nach Hause. Mittags komme ich nicht nach Hause. Meine Schule ist extrem schön –gepflegte Gebaeude mit tollen Aussenanlagen – vielen Blumen und kleinen Seen.

T wie Taxi:

Wenn man in China auf der Strasse ist, kann man sagen, auf jedes normale Auto kommt ein Taxi, in manchen Staedten sogar mehr. In Zhengzhou ist der Startpreis 6?, was 3km einschliesst. Jeder weitere km kostet dann 1.5?

U wie Unterricht:
Vormittags habe ich 4 Stunden in meiner normalen Klasse, nachmittags 3 Stunden mit den anderen Austauschschuelern aus aller Herren Laender.

V wie Verkehr:

Der Verkehr hier ist einfach viel zu dicht. Autos bremsen nicht wirklich, fahren dann auch mal gerne auf der falschen Strassenseite (auch wenn in der Mitte Absperrungen stehen)...

W wie WC:

In China ist das WC meist ein Loch im Boden. An oeffentlichen Toiletten gibt es meist keine Tueren (wenn man gute Toiletten haben will, geht man am besten zu KFC oder MCDonalds, aber MCDonalds-Toiletten sind immer ueberfuellt). Zu Hause hat man ganz normale Toiletten wie in Deutschland auch, nur dass man das Toilettenpapier nicht abziehen kann.

X wie XiShuaShua:

Ist eines der wenigen echt gut klingenden chinesischen Liedern. Es war das erste, das ich singen konnte und - es kommt beim KTV immer vor ;)


Y wie Yuan
:

Ist die chinesische Waehrung. 10?Yuan=1Euro.

Z wie Zeichen:

Ein kluger Chinese sollte mindestens 8000 kennen. Ich kann zur Zeit etwa 2000. Fuer den HSK muss ich etwa 3000 lernen. Die meisten Zeichen haben eine Geschichte, die man dann durch die verschiedenen Teile des Zeichens verstehen kann.
Und somit waeren wir dann bei Z und dem Schluss angekommen. Ansonsten hoffe ich, es geht euch allen gut... Wer Bilder sehen moechte, weiss wohin er eine Email schreiben kann.
Geniesst eure Zeit, wo ihr gerade auch sein moegt...

HEL

Catha

Bericht 1

 

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letztes Update 19.03.2007