Region Volgograd (Volgogradskaia oblast)

Die Stadt Volgograd (richtige Betonung: Volgográd) wurde im Jahr 1589 als Festung Caricyn gegründet. Sie liegt 1075 Kilometer südöstlich von Moskau und dehnt sich auf 80 Kilometer entlang der Volga. Heute hat die Stadt genau eine Million Einwohner, in der gesamten dazugehörigen Region leben 2,7 Millionen Menschen. Die anderen größeren Städte sind Volshsky (290.000) und Kamyšin (130.000). Die Region grenzt an die Regionen Voronesh, Saratov, Rostov-am-Don, Astrachan, Kalmückien, sowie an Kasachstan. Im Südwesten befindet sich der 1952 erbaute Volga-Don-Kanal zur Verbindung des Kaspischen und des Schwarzen Meeres.
Das Klima Volgograds ist kontinental mit starken Temperaturschwankungen. Im Januar beträgt die Durchschnittstemperatur -10°C, im Juli +25°C.Die Region hält immer noch Erinnerung an viele verschiedene Völker wach, die hier in den Volga-Steppen in der Vorzeit entlang gewandert sind. Hier befand sich im 13. und 14. Jahrhundert der Kern des einst mächtigen tataromongolischen Staates der Goldenen Horde. DieKalmücken, die Bewohner des benachbarten autonomen Republik Kalmückien, sind mongolischer Herkunft und Nachfahren der einstigen brutalen Eroberer Russlands. Später siedelten hier Don-Kosaken und ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Volga-Deutschen, die aus Hessen, Baden und Schlesien hierher übersiedelten.
In den 20er und 30er Jahren wuchs Stalingrad, wie Caricyn ab 1925 hieß, sehr schnell und wurde immer bedeutsamer. Die letzte Schlacht, die dieser Landstrich gesehen hat ist in der Erinnerung der Menschen sehr lebendig und man trifft überall auf Denkmäler und Anzeichen der vergangenen Tage. Im Jahre 1942 bekamen die 500.000 Mann starken angreifenden deutschen Truppen den Befehl, die Stadt, die nach Hitlers schärfsten Widersacher benannt war, um jeden Preis einzunehmen. Die Stadt war für Hitler von großer strategischer Bedeutung, da sie die Kontrolle über die Schifffahrt auf der Volga bedeutete, mit der der Roten Armee große Teile des Nachschubs abgeschnitten worden wären. Auf die Deutschen warteten 16 sowjetische Divisionen. Nach mehr als zwei Monaten der wohl erbittertsten Schlacht des Zweiten Weltkriegs wurde die 6. deutsche Armee unter General Paulus eingekesselt und gefangengenommen. Die Schlacht von Stalingrad kennzeichnete den Wendepunkt nicht nur des Unternehmens Barbarossa, sondern des ganzen Zweiten Weltkriegs und gab vielen Völkern Europas zum ersten Mal Hoffnung. So trägt zum Beispiel eine U-Bahn-Station im Zentrum von Paris den Namen Stalingrad. Zweieinhalb Jahre nach der Schlacht um Stalingrad standen die sowjetischen Truppen in Berlin.

Nach dem Krieg wurde mit dem Aufbau der vollständig zerstörten Stadt begonnen. Nach den Schrecken des stalinistischen Terrors wurde die Stadt 1961 im Zuge der Entstalinisierung in Volgograd umbenannt. Heute gehört sie wieder zu den schönsten in Russland. Volgograd hat einen großen Binnenhafen und ist ein bedeutender Verkehrknotenpunkt. Von hier aus gehen strahlenförmig Eisenbahnen und Automagistralen in alle Himmelsrichtungen. Im Westen liegt ein internationaler Flughafen. Die Stadt ist heute ein großes industrielles Zentrum, die wichtigsten Industriezweige sind Maschinenbau, Schwarz- und Buntmetallverarbeitung, chemische und petrochemische Industrie, Holz- und Nahrungsmittelindustrie. Darüberhinaus ist die Region Volgograd ein mächtiger Energieproduzent mit zahlreichen Wasser- und Gaskraftwerken.

Mehrere Universitäten und Akademien, sowie über 20 Forschungsinstitute kennzeichnen das bildungs-wissenschaftliche Potenzial der Stadt. Zu kulturellen Einrichungen Volgograds gehören zahlreiche Theater, eine Philharmonie, ein Zirkus, ein Planetarium und vielzählige Museen, von den das Panorama-Museum "Schlacht um Stalingrad" besonders erwähnenswert ist. Ein historischer Ort und die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist der Mamai-Hügel (Mamaev Kurgan) mit dem riesigen der Schlacht von Stalingrad gewidmeten Mutterland-Monument, das 85 Meter hoch in den Himmel ragt und somit die größste Statue der Welt ist.