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Julia Urbanke schreibt aus North Dakota
(USA
Hallo alle zusammen!
Jetzt bin ich nun doch schon
ueber sieben Monate in den Staaten und es gefaellt mir immer
besser. Die
Zeit verging echt rasend
schnell und ist einfach unglaublicht! Eingwoehnt
habe ich mich natuerlich schon lange. Heimweh hatte ich bisher
kaum und das bisschen, das da so anfangs kam, ist schon lange
weg. Meine Gastfamilie (die hauptsaechlich aus meiner Gastmutter
und meinem Gastvater, aber auch einem Gastbruder mit Frau und
Sohn sowie einer Gastschwester mit Mann und Kindern besteht)
hat mich vom ersten Tag an mit offenen Armen aufgenommen und
integriert. Ein Familienwechsel kam fuer mich nie in Frage,
da diese Leute mir echt gut gefallen und wir inzwischen mehr
Freunde geworden sind als alles andere. Auch in der Schule
konnte ich wahnsinnig schnell neue Freunde finden. Was irgendwie
komisch war am Anfang, ist, dass man als Austauschschueler
ja direkt bekannt ist wie sonstwas. Also, wie ihr sehen koennt,
geht es mir hier echt gut.
Hier, das ist eine 2800 Seelen
Stadt mitten im Nichts in North Dakota, was einem aber garnicht
so
einsam vorkommt, nachdem man den ersten Schock erstmal ueberwunden
hat ;). Um die Frage "Bist du denn dann schon
mal irgendwohin gekommen und hast etwas gesehen von Amerika?",
die ich auf diesen Satz schon einige Male gehoert habe, zu
beantworten:
JA ich bin sogar schon sehr viel herumgekommen. Im Oktober
konnte ich mit meiner Gastmutter ihre Tochter in Boardman,
an der Grenze von Ohio und Pennsylvania, besuchen, von wo
aus wir einen Tagesausflug zu den Niagara-Faellen in New
York gemacht
haben. Von da aus sind wir sogar mal eben rueber nach Kanada
gefahren, da die Niagara Faelle ja direkt auf der Grenze
liegen. Ausserdem sind wir in Pennsylvania bei den Amish
People gewesen
um uns mal anzusehen, wie die so leben.
Mitte Maerz (also vor nur ein paar Tagen) hatte ich dann auch
noch das Glueck einen Trip mit anderen Austauschschuelern (organisiert
von meiner Organisation ASSE) nach Kalifornien machen zu koennen.
Dort sind wir mit einem Bus (und vielen Stops) von San Diego
an der Kueste hoch bis San Franzisco gefahren. Ich habe dort
u.a. Seaworld, Disneyland und Hollywood gesehen und konnte
ueber die Golden Gate Bridge laufen.
Auch hier in North Dakota bin ich nicht zu kurz gekommen was
das herumreisen betrifft. Dank des Danceteams meiner Schule
und unseren Wettkaempfen, aber auch dank meiner Gastfamilie
bin ich schon in allen groesseren und auch vielen kleineren
Staedten im kompletten Staat gewesen.
Waehrend der Wintersaison war ich
naemlich im Dance and Drill TeamDas konnte dann aber doch manchmal
recht anstrengend werden.
Vor allem im Januar, bevor wir zum Statetournament gingen,
wurde im Training richtig reingehauen. Von 6:15 bis 8:00 morgens
vor der Schule und dann nochmal von 15:30 bis 17:30 oder 18:00
nach der Schule. Zum Glueck nur, dass ich so gut wie nie Hausaufgaben
habe die ich mit nach Hause nehmen muss. Aber dann hatte ich
das Pech genau vor dem wichtigsten Wettkampf der Saison "State
" eine Grippe zu bekommen, sodass ich nicht tanzen konnte.
Beim Statewettkampf
sind wir in den Kategorien Highkicks, Pom und Novelty angetreten.
Mein normaler Schulalltag in diesem
Semster (Halbjahr) sieht folgendermassen aus: Um 8:25 morgens
beginnt
der Unterricht
fuer mich mit US History. Gefolgt von Drama und Mathe, was
den Morgen recht einfach macht. Da ich hier ein Senior bin
(mit schoen vielen Privilegien).habe ich dann in der vierten
Stunde
eine Freistunde, in der ich einfach machen kann, was ich will.
Ich kann sogar das Schulgelaende verlassen, was ansonsten verboten
ist. Ausserdem kann ich diese Zeit nutzen um Hausaufgaben zu
machen, falls ich welche habe, oder Tests nachzuholen. Um 12
Uhr ist dann Lunchbreak fuer eine halbe Stunde. Nachmittags
habe ich in der 6. Stunde Speech und in der 7. Englisch bei
der selben Lehrerin, was praktisch ist, da ich dann nicht zu
meinem Locker rennen muss. In der letzten Stunde habe ich dann
noch irgendso eine Computerklasse, die auch voll einfach ist.
Nachmittags kann ich dann Freunde
treffen oder machen, was ich will, da die Schule nur bis 15:10
geht. Die meisten
Schuelerinnen und Schueler machen nach der Schule Sport in
einem der Sportteams. Unsere Schule bietet Sportarten an
wie (saisonbedingt): Football, Baseball, Basketball, Volleyball,
Tanzen, Leichtathletik, Golf, Eis Hockey usw. Aber es gibt
auch Teams im nichtsportlichen Bereich (u.a. Speech, Drama,
Science usw). Vor jedem Spiel oder grossen Ereigniss wird immer
die Nationalhymne gesungen. "Wow!" Wenn
da so eine Halle voller Leute erst super laut laut ist und
sich dann ploetzlich keiner mehr unterhaelt, dann ist das schon
irgendwie krass. Und dann der beruehmte Schoolspirit, den man
bei jeder Gelegenheit merken kann. Zu den Spielen kommt da
echt jeder und alle tragen gruen, gelb und weiss, unsere Schulfarben,
und am naechsten Tag ist man dann heiser, was mir aber nichts
ausmacht, da es riesigen Spass macht und einfach nur eine tolle
Erfahrung ist.
Diese Meinung teilen auch viele der
anderen Austauschschueler, die ich hier so getroffen habe.
Denn an
meiner Schule sind wir drei Austauschschueler (ein Maedchen
aus Italien,
ein Junge aus Brasilien und ich) und auch in den Nachbarstaedten
gibt es einige von uns, was man aber kaum merkt, da die
Staedte so weit auseinander liegen. Ich habe ja noch das
Glueck, nicht wie viele andere auf einer Farm oder Ranch 10
Kilometer
ausserhalb der Stadt zu leben, was schon ganz gut ist, vor
allem im Winter, da es hier echt unglaublich kalt werden
kann (so locker -30 bis -40 grad Celsius plus Wind).
Leider
hatten
wir dieses Jahr nicht so viel Schnee hier, was aber okay
war, da er doch das eine oder andere Mal die 20cm Marke ueberschritt.
Der Winter fing allerdings insgesamt recht frueh an dieses
Jahr mit einem Schneesturm in der 2. Oktoberwoche. Was
sogar fuer die Leute hier nicht normal ist, aber dank des echt
verrueckten
Kontinentalklimas ab und zu mal vorkommt. Apropos krasses
Wetter: Als ich hier im August ankam, war es noch richtig
schoen
warm
und sonnig, was sich aber bald aendern sollte. In meiner
zweiten Woche hier, gab es auch direkt Tornados, die nur
ca 5km an
uns vorbei gegangen sind. Das war ein echt verrueckter
Tag. Ich konnte einen der Tornados sogar von relativ nahem
sehen.
Das ist dann doch schon ein wenig veraengstigend, aber
auch wahnsinnig beeindruckend. An einem anderen Tag Ende August
oder Anfang September kam es dann, dass es mitten im Sonnenschein
ploetzlich anfing zu hageln, aber was fuer Hagelkoerner!
Nicht diese winzigen kleinen Dinger, die wir immer zu sehen
bekommen
und die nichts machen; nein diese Hagelkoerner
waren so gross wie ein Baseball!!! Und bald danach kam
dann
der Schnee, gefolgt von einem warmen November.
Ein anderes
Ereignis, das ich hier im August miterleben durfte, war
ein in der Gegend sehr bekanntes und unter Besuchern sehr
beliebtes Open-Air-Musical in der kleinen Stadt Medora im Sued-Westen
von North Dakota. Da wir den ganzen Tag dort verbrachten,
konnte ich auch den nahegelegenen Theodore Roosevelt Nationalpark
besuchen. Dort habe ich zum ersten Mal in meinem Leben
Buffaloes
(oder Bisons) gesehen! Und das auch noch in freier Wildbahn!!!
Unglaublich beeindruckend!
Viele Gruesse von der anderen Seite des grossen Teichs!
Geniesst eure Osterferien und bis zum Sommer!
Eure Julia
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letztes Update
28.03.2007
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