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St. Petersburg: Paläste, Boutiquen und Armut am Straßenrand
ASG/GSG-Schüler zu Besuch in der Metropole an der Neva
Müde und voller Eindrücke sind die Schülerinnen
und Schüler des Russischbereichs von ASG und GSG aus Sankt
Petersburg wohlbehalten zurückgekehrt. Eine Woche lang
konnten sie Russlands heimliche Hauptstadt kennenlernen, die
sich mit aller Kraft auf den glanzvollen 300. Geburtstag im
nächsten Jahr vorbereitet und dennoch nicht die schweren
Gegenwartsprobleme Russlands verleugnen kann.
Mit der glänzenden Seite der von Peter dem Großen
1703 gegründeten Hauptstadt macht die Reiseteilnehmer das offizielle
Programm bekannt. Schon die obligatorische Stadtrundfahrt lässt
erkennen, von welcher Geschlossenheit das Stadtbild Sankt Petersburgs
ist, in dem immer wieder großartige Paläste und monumentale
Kirchenbauten ihre Akzente setzen.

Am Ufer der Neva mit Blick auf den Winterpalast
Die Fortbewegung auf den Straßen der Stadt mit
dem Bus zeigte aber auch, dass schon jetzt Sankt Petersburg zu Zeiten
der Rush-hour am Verkehr zu ersticken droht. Unübersehbar für
die, die früher schon in der Stadt waren, die rasante Zunahme
des Autoverkehrs, dem auch die eigentlich großzügig bemessenen
Hauptstraßen nicht mehr gewachsen sind.

Stau - eine Alltagserfahrung auch in Sankt Petersburg
Nur wenige Worte finden die Reiseführer noch
für die jüngere Vergangenheit der Stadt als Schauplatz
der Oktoberrevolution, für die der Kreuzer Aurora den Startschuss
gab. Das früher als sozialistische Reliquie verehrte Schiff
fristet nun an seinem Ankerplatz auf der Neva ein eher unbeachtetes
Dasein. Vor allem ausländische Touristengruppen und die dazugehörenden
Souvenirverkäufer sorgen noch für Leben in der Gegend
vor der heutigen Kadettenschule der Marine, wenn nicht Schulklassen
ihren Geschichtsunterricht dort über sich ergehen lassen.

Nur noch ein Museumsstück - der Kreuzer "Aurora"
Ähnlich ergeht es dem Smolnyj Institut, der Schaltzentrale
der Revolution, das heute eher als Pensionat für die adeligen
Töchter der Zarenzeit in den Führungen erwähnt wird.
Vor allem die vorrevolutionäre Geschichte ist es, die den Besuchern
als russische Geschichte präsentiert wird, auch wenn überall
im Straßenbild mit den Denkmälern Lenins, Kirows und
Dzershinskis die sozialistische Vergangenheit noch präsent
ist, deren Denkmäler in Sankt Petersburg auf Beschluss der
Stadt nicht entfernt werden sollen.

Der Schauplatz revolutionärer Ereignisse 1917 - heute eine
Managerschule
Die unglaubliche Pracht, aber auch die Verschwendungssucht
der Zaren konnten die Schülerinnen und Schüler in Puschkin,
der ehemaligen Sommerresidenz Zarskoje Selo, bestaunen. Der unglaubliche
Aufwand, der bei der Restaurierung dieses von den deutschen Besatzern
völlig zerstörten Palastes Katharinas der Großen
getrieben wird, wirft ein besonderes Licht auf die Diskussion um
die Rückgabe der sogenannten "Beutekunst". Das Bernsteinzimmer,
von dem vor einiger Zeit ein Mosaik und eine Kommode wieder aufgetaucht
sind, gibt bis heute zu Spekulationen Anlass und beschäftigt
die Schatzsucher.

Das Bernsteinzimmer - bis heute ein Mythos
Wie in Puschkin sorgen auch in Peterhof, der Galaresidenz
Peters des Großen am Ufer der Ostsee, die Scharen von Touristen
für lange Wartezeiten am Eingang, die den Kunstgenuss erheblich
beeinträchtigen. Mit derselben Geduld muss man sich wappnen,
wenn man die Ermitage besichtigen will, die am Schluss zum Besichtigungsprogramm
der Gruppe aus Marl gehörte.

Schlange stehen für die Kultur
Zu besichtigen ist inzwischen die Grabstätte
der in die Peter- und Paulsfestung überführten Gebeine
der Mitglieder der letzten Zarenfamilie. Für eine hohe "Spende"
fand auch deren Nachfolger, der im Exil verstorbene Familienvorstand
der Romanows, seine letzte Ruhe in der Festungskirche und findet
so die Aufmerksamkeit der Touristenscharen.

Die Grabstätte der letzten Zarenfamilie
Leer dagegen ist es in der Gedenkstätte für
die Hundertausenden von Opfern der dreijährigen Blockade der
Stadt durch deutsche Truppen, die immer mit dem Namen "Leningrad"
verbunden bleiben wird, der auch in den Namen der Stadtteile und
der Verwaltungseinheiten weiterhin eine große Rolle spielt.

Die Gedenkstätte für die Blockade - dem siegreichen
Leningrad gewidmet
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Katharina Wegners
Bericht
Martina Fischer
und Sharon Haarmanns Bericht
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letztes Update
20.12.2007
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