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Zurück in Marl

Seit 4 Wochen bin ich nun wieder in Deutschland im kleinen Marl (klein zumindest im Vergleich zu Wichita, KS). Hm.

Fiel es mir leicht, mich wieder einzuleben nach 10 Monaten USA? Ich denke schon. Die Organisationen sagen einem immer, es wäre schwierig, man hätte "Heimweh" nach den anderen Freunden und der anderen Familie, aber mir geht es - jedenfalls jetzt noch nicht - überhaupt nicht so.
Ich habe mich natürlich schon gefragt, ob das ein schlechtes Zeichen ist, aber eigentlich hat es mir doch super in den USA gefallen. Sicher gab es immer Momente, die nicht so toll waren, weil man z.B. ein Problem mit der Gastfamilie hatte, aber im Großen und Ganzen war es doch eine tolle Erfahrung. Ich glaube, im Moment genieße ich einfach meine neue alte "Freiheit" ein bisschen: Ich habe mein Fahrrad und bin nicht immer auf andere angewiesen, um irgendwo hinzukommen, ich darf länger als Mitternacht aus bleiben, und so ziemlich alle anderen Regeln sind auch nicht so streng oder sogar ganz weg.
Rückblickend sind die USA ein sehr strenges Land, wenn es darum geht, Jugendliche zu schützen... Aber egal. Manchmal denke ich schon, dass es cool wäre, jetzt in Kansas zu sein (z.B. wenn es hier mal wieder KALT ist und regnet, und das im JULI!!!), aber ich fühle mich hier einfach zu Hause.
Mit vielen amerikanischen Freunden habe ich noch guten Kontakt per Email, und auch mit meiner Gastfamilie. Ich würde einfach jedem empfehlen, so eine Gelegenheit wie einen USA (oder auch andere Länder) Aufenthalt nicht an sich vorüberziehen zu lassen.

Die Erfahrungen, die man dort macht, kann man sonst nirgendwo machen. Man reift in vielerlei Hinsicht, vor allem da es nicht immer einfach ist, aber Probleme (zwischenmenschliche oder auch andere) kann man hier auch bekommen. 99% der Leute, die mich kennen haben mir gesagt, ich hätte mich nicht verändert... genau das will man doch hören... *grrrr* aber es ist vielleicht nur einfach nicht sehr sichtbar (und wieder bin ich der untypische Austauschschüler). Auf alle Fälle würde ich sagen, dass ich selbstständiger und auch selbstbewusster geworden bin. Es fällt mir jetzt leichter, neue Leute kennenzulernen, denn etwas anderes blieb einem im Gastland ja gar nicht übrig, man musste auf andere zugehen. Auch weiß ich, dass ich etwas schaffen kann, wenn ich es mir fest vornehme.

Die Moral von der Geschichte: wenn ihr daran interessiert seid und die Möglichkeit habt, ein Jahr im Ausland zu verbringen, macht es! Es wird nicht immer leicht sein und manchmal möchte man einfach nur nach Hause, aber am nächsten Tag sieht dann doch alles viel besser aus. Und ehe man sich versieht, sind 10 Monate um und ein super Jahr ist vorbei. Ich freue mich schon, wenn ich 2004 wieder nach Kansas fliegen kann, um alle wieder zu sehen!

-mona

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letztes Update 08.01.2005