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Erfahrungen in der Marler Gruppe

Auch in diesem Jahr hatten eine Reihe von Schülerinnen und Schülern, begleitet von Christiane Owczarski (ASG) die Möglichkeit, in der Marler Gruppe das Wettbewerbsprogramm des Grimme-Preises mitzuverfolgen und einen Preisträger für den Publikumspreis auszuwählen. Dass dies nicht nur eine anstrengende, sondern auch eine lohnende Erfahrung war, zeigen die Berichte von Kerstin Pesch und Nicolai Kopke.

Als erstes möchte ich allen meinen weiteren Äußerungen vorweg nehmen, dass die Mitar-beit in der Marler Jury ein einzigartiges, ehrvolles und erfahrungsreiches Erlebnis war.
Die Jury bestand aus Mitgliedern der Marler Gruppe, Schülern bzw. auch einer Lehrerin des ASG, so wie Menschen aus anderen „Berufsbranchen“. Deshalb trafen hier verschie-dene Generationen aufeinander. Dies sorgte natürlich für jede Menge Gesprächs- bzw. Konfrontationsstoff. Beispielsweise nahm die jetzige Generation bestimmte geschichtliche Ereignisse anders wahr. So wurde die Filmbesprechung oftmals zu einer fundierten Dis-kussion, u. a. auch über den Inhalt und in wie fern ein Film jemandem persönlich oder auch emotional anspricht. Des Weiteren war der Umgang unter den Jurymitgliedern äu-ßerst angenehm. Für mich war es überraschend, oder besser gesagt interessant, zu erfah-ren, dass man durchaus Kritik an jemandes Aussagen und Ansichten üben kann, ohne dass sich derjenige persönlich angegriffen fühlt. Ich kann nur immer wieder bestätigen, dass diese drei Tage das totale Gegenteil zum Schulalltag waren. Auch wenn die Augen mit jedem weiteren Film „rechteckiger“ wurden, auch wenn man den einen oder anderen Film nicht sehr ansprechend fand und auch wenn sich allmählich der Gedanke einschlich „Ich bin ein Schüler, holt mich hier raus“, so war doch immer eine große Ruhe im Raum. Jeder schaute konzentriert auf den jeweiligen Film, machte sich Notizen und trotz der Viel-falt von Filmen war es erstaunlich, dass wir uns noch an Einzelheiten erinnerten.
Dies zeigt mir, dass Fernsehen und fern sehen nicht dasselbe ist, denn wenn ich zu Hau-se mehr als 2 oder 3 Stunden fern sehe, erinnere ich mich im Anschluss daran nicht un-bedingt mehr an jedes Detail.
Soweit meine Eindrücke der drei Tage, aber folgendes möchte ich noch hinzufügen:

Ein Ereignis, ein paar Tage, die mir zeigen, dass auch Kultur und Information, gut darge-stellt, schnell und vor allem präzise auf- bzw. angenommen wird. Für mich zeichnen sich alle nominierten Filme durch ihre Individualität mit Themen und anderseits auch durch die Fähigkeit mit der Pressefreiheit umzugehen aus. Dabei war für mich die Entscheidung be-sonders interessant in wie fern Aussagen legal, aber vor allem auch legitim, also publizier-bar, eingeschätzt wurden.
Ich bin stolz darauf solche Eindrücke miterlebt haben zu dürfen.


Kerstin Pesch

Für mich ist es eine große Ehre bei der Preisfindung für den Adolf-Grimme-Preis mitgewirkt zu haben, da es sich hierbei um einen Preis handelt, der in vieler Munde als renommiertester und bedeutendster Fernsehpreis Deutschlands gilt. In der Kategorie „Publikumspreis“ ist die Marler Gruppe gefragt, eine Jury, die sich aus normalen Zuschauern zusammensetzt, aus Vertretern unserer Fernsehgesellschaft.
Es ist eine Bereicherung für mich gewesen in der Publikumsjury mit vielen netten Leuten den Film auszusuchen, der uns von 25 Filmen am besten gefällt und am wichtigsten erscheint. Auch, wenn es sehr anstrengend gewesen ist drei Tage hintereinander jeweils um die acht Stunden Fernsehen zu gucken, möchte ich diese Erfahrung nicht mehr missen.
Die Diskussionen, die wir am Ende eines Tages über die gesehenen Filme geführt haben, haben mir geholfen meine Gedanken auszusprechen und meine Meinung zu formulieren. Es ist eine andere Art Diskussion als in der Schule. Obwohl die Augen und der Kopf vom vielen Fernsehen wehgetan haben, haben wir viel Spaß gehabt an diesen Tagen.
Für die Verpflegung und die nette Betreuung möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei den Verantwortlichen bedanken.Wer Interesse hat an so etwas teilzunehmen, dem kann ich nur empfehlen es einmal auszuprobieren, sofern er die ganze Veranstaltung nicht nur als Spaß betrachtet. Spaß hat man auch genügend, wenn man sich am Riemen reißt und ernsthaft an die Sache heran-geht.
Nicht, dass jetzt jeder denkt. man darf keinen Mucks von sich geben, nein, es ist schon eine lockere Atmosphäre, doch sollte man einen gewissen Teil an Disziplin schon aus Höf-lichkeitsgründen an den Tag legen können.
Ich bin sehr gespannt auf die Preisverleihung, da ich, obwohl der Preis seinen Sitz in Marl hat, noch nie annähernd dabei gewesen bin. Ich kann es nur noch einmal wiederholen: Es war und ist mir eine Ehre dabei zu sein.

Nicolai Kopke.