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Vest, 16.11.2007, Von Elisabeth Höving
Für Jugendliche bietet das Fernsehen wenig Attraktives.
Zum Start des 13. Kinder- und Jugendfilmfestivals diskutierten
gestern Macher und Konsumenten. Heute stehen Schüler-Filme
im Mittelpunkt
Marl.
"Käpt'n Blaubär", "Sesamstraße"
und "Die Sendung mit der Maus" waren gestern. Und
dann? Dann fallen Jugendliche fernsehtechnisch in ein echtes
Loch. Dann sind sie plötzlich zu groß für den
Kinderkanal und noch nicht groß genug für Arte. Dass
Programm-Produzenten und Konsumenten die Lage gleichermaßen
so beurteilen, das förderte gestern das Marler Forum Kinderfernsehen
und Jugendmedien 2007 zu Tage.
Fernsehmacher der Öffentlich-Rechtlichen
und der Privaten saßen zusammen mit Pädagogen, Theologen
und Schülern im Marler Rathaus auf dem Podium und diskutierten
zum Start in das 13. Internationale Kinder- und Jugendfilmfestival
unter dem Motto "Vor-Sichten".
Der Mann von Super-RTL brachte es
am deutlichsten auf den Punkt. Frank Klasen: "Wir erreichen
die Drei- bis 13-Jährigen. Die 14-Jährigen aber sind
schon weg, für die ist nicht mehr das Fernsehen das Leitmedium,
sondern das Internet." Xenia Knorr, Moderatorin und Schülerin
des Marler Albert-Schweitzer-Gymnasiums, konterte: "Ist
das nicht traurig, dass Sie für die Jugendlichen nichts
bieten?"
Fand der Fernsehmacher Klasen auch.
Gab allerdings die finanzielle Seite zu bedenken. Auf die Anregung,
Jugendlichen das Fernsehen mal als Labor zur Verfügung
zu stellen, bedauerte er: "Es gibt einen ökonomischen
Druck. Experimente sind gewagt, das klingt ja schon nach wenigen
Zuschauern."
Der Münsteraner Weihbischof Friedrich
Ostermann schlug vor, stärker das Internet auf Interessen
der Jugendlichen abzuklopfen: "Die Filme, die die sich
da ansehen, die interessieren doch." Der Marler Pädagoge
Ulrich Schulte-Ebbert beobachtete, dass die Jugendlichen sich
vor allem in die privaten Sender einklinken: "Was die da
sehen, bereitet mit durchaus Sorgen."
Und was sagen die Betroffenen selbst?
Xenia Knorr: "Mir fehlen die ernsten Themen im Fernsehen
wie Drogen und Gewalt. Jugendliche wollen nicht nur Fun."
Stephanie Müller (15) vom Albert Schweitzer-Gymnasium mag
Filme über Jugendliche mit jugendlichen Schauspielern.
Und sie mag Filme, die von Jugendlichen
selbst gedreht wurden. Wie beim Marler Kinder- und Jugendfilmfestival.
Über 100 eingereichte Arbeiten aus ganz Deutschland sichtete
Stephanie als Mitglied der fünfköpfigen Vorjury: "Da
waren tolle Filme dabei, die würde ich gerne im Fernsehen
sehen."
14 Produktionen zwischen vier
und 27 Minuten wählten die Vorjuroren aus. Die kommen nun
in die Endrunde im Wettstreit um die Preise. Für den Marler
Filmproduzenten und Festivalmacher Detlef Ziegert ein guter
Weg in Richtung Medienkompetenz zukünftiger Fernsehnutzer
und vielleicht sogar -macher.
Schülerfilmfestival 2003
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