der Klasse 7a der Hauptschule Coerde

Begründung der Jury

Die Jury des 10. Schülerfilmfestivals vergibt den „Sonderpreis des Bischofs von Münster“ an den Film

„Wo ist Sinbad?“ der Hauptschule Münster-Coerde.

Der Film beschäftigt sich auf besondere Weise mit dem Fragenkomplex Duldung und Abschiebung von Ausländern aus Deutschland. Dies wird hier anhand von Sinbad, dem Sohn einer Romafamilie, verdeutlicht: Sinbad geht in Münster zur Schule. Am Abfahrtstag der Klassenfahrt ist Sinbads Koffer zwar da, er selbst aber nicht. Sinbad und seine Familie sind untergetaucht, um der drohenden Abschiebung zu entgehen.

Bei Sinbads Mitschülern wird die Frage „Wo ist Sinbad“ zur drängenden Ungewissheit, die sie nicht untätig lässt. Sie stellen Fragen: in aller Öffentlichkeit, in der städtischen Verwaltung, im Stadtteil-Zentrum. Je mehr Fragen gestellt werden, desto schwieriger wird die Antwort auf die letztlich einzig wichtige Aspekt, warum Sinbad gehen muss, obwohl er hier geboren wurde. Letztlich wird sogar sichtbar, dass es noch andere sind, die lediglich einen Duldungsstatus haben. Das Lied der „10 kleinen Negerlein“ macht deutlich, wie schnell sich die Reihen lichten könnten.

Die Jury zeigt sich von der Darstellung und Umsetzung dieses schwierigen Themas beeindruckt. Ein sehr ernstes Thema wird angemessen dargestellt und macht auch die Zuschauer betroffen. Die drängende Aktualität des Themas und die suchende Antwort der Akteure und Macher des Filmes beeindrucken.

Der „Sonderpreis des Bischofs von Münster“ soll diesen eindrucksvollen Film würdigen und alle Beteiligten ermutigen, in ihrem Suchen und ihrem Einsatz nicht nachzulassen.

Schülerfilmfestival 2003 - 2004 - 2005 - 2006