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Von Robert Klose MARL. Schöne
bunte einsame Medienwelt: Stellen Sie sich vor, Sie erleben
täglich alle nur denkbaren digitalen Wunder, und es gibt
niemanden, mit dem Sie darüber reden können. Genau
so geht es heute vielen Jugendlichen, sagt Detlef Ziegert -
und das macht krank. Der Filmprofi kennt eine Alternative.
Und die ist so einfach, dass kaum
einer drauf kommt: reden, einfach miteinander reden, Kritik
üben, Meinungen sagen, laut werden. Genau das versucht
der in Bremen lebende Filmproduzent (zweiter Wohnsitz: Marl)
seit vielen Jahren. Er will die jungen Leute zur Unruhe anstiften,
und das klappt von Jahr zu Jahr besser. Sein Vehikel dafür
ist das internationale Kinder- und Jugendfilmfest, von Anbeginn
eine Herzensangelegenheit des Profis, der das krank machende
Schweigen in den Kinderzimmern überwinden will.
Mittlerweile zum 13. Mal findet das
Festival in Marl statt. Mittlerweile zum zehnten Mal ist das
Schülerfilmfestival NRW wichtiger Teil der Veranstaltung.
Schüler-Teams aus dem ganzen Bundesland beteiligen sich
mit eigenen Arbeiten, mit Dokumentarfilmen, lyrischen Fantasien,
mit Animationen und Kurzkrimis.
Reden sollen die Jugendlichen - miteinander,
aber auch mit den Erwachsenen, die verantwortlich dafür
sind, was sie zu sehen bekommen und was nicht. Und Fragen sollen
sie stellen. Zum Beispiel diese: Warum drehen Schüler für
dieses Fest so starke Filme, dass selbst Grimme-Referent Dr.
Ulrich Spies sie für sendewürdig hält - und dann
sendet sie keiner? Alle, die das oder etwas anderes aus der
Medienwelt wissen wollen, können am Freitag,16. November,
bohren. Gleich nach der Festival-Eröffnung beginnt um 15
Uhr das Marler Forum Kinderfernsehen und Jugendmedien. Die Organisatoren
haben eine sehr bunte Experten-Runde zusammen bekommen. WDR-
und ZDF-Vertreter sitzen an einem Tisch mit Leuten von Privatsendern
(Ki.KA, Super-RTL, MTV), mit einem Sprecher der Freiwilligen
Selbstkontrolle Fernsehen, mit Weihbischof Friedrich Ostermann,
ASG-Direktor Klaus Jürgen Koch und mit vielen anderen.
Ausdrücklich sind neben all den vielen Offiziellen Jugendliche
eingeladen, nicht nur zu kommen und zuzuhören, sondern
unbequeme Fragen zu stellen.
Und ganz nebenbei findet einmal mehr
der große Film-Wettbewerb statt, der Profis wie Ziegert
immer wieder Respekt abnötigt. Schüler und Lehrer,
allesamt Amateure, drehen mittlerweile Streifen von beachtlicher
Qualität. Das betrifft die Aufnahme-Technik ebenso wie
die Idee, die in jedem Film stecken muss. Festival-Fans werden
sich erinnern: 2006 kam der Siegerfilm ("Ein Engel für
Lukas") aus Marl. Auch diesmal gibt es einige Wettbewerbsbeiträge
aus Marl. Insgesamt müssen die Juroren (teilweise selbst
Schüler) über 50 Filme aus Nordrhein-Westfalen urteilen.
Der Fahrplan: Ab 16. und 17. November
tagt die Jury unter Vorsitz von Spies. Gleich am Abend des 17.
November werden die ausgelobten Preise feierlich verliehen.
Und zum Schluss gibt es einen Stammtisch. Damit alle über
alles reden können - das ist vielleicht das Wichtigste
in der schönen bunten Medienwelt. Und dann hat Ziegert
sein Ziel erreicht.
Freitag, 12. Oktober 2007 | Quelle: Marler Zeitung (Marl)
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