Marler Zeitung 15.11.04

Bischof spendiert Preis


Riesenjubel bei der Klasse 7 d des Albert-Schweitzer-Gymnasiums: Für ihren Beitrag "Naumanns letztes Spiel" erhielten die Nachwuchsfilmemacher beim "7. Schülerfilmfestival in Marl" den Sonderpreis des Bischofs von Münster – einen Tag auf dem Ketteler Hof.

Von Kai Feyerabend

Während einer Projektwoche entstand der Beitrag, der sich an Erich Kästners schauriger "Ballade vom Nachahmungstrieb" orientiert. Kinder spielen eine Hinrichtung nach, das Spiel verkehrt sich zum blutigen Ernst. Fächerübergreifend arbeiteten die Schüler an der Umsetzung. Im Musikunterricht komponierten sie eine eigene Filmmusik. "Wir haben nicht damit gerechnet, einen Preis zu bekommen", sagen die Schüler freudetrunken.

Die begehrte Reise nach Babelsberg ging an das Geschwister-Scholl-Gymnasium aus Gütersloh. Ihre ganz eigene Interpretation von Shakespeares Drama "Romeo und Julia", überzeugte die Jury. Sie setzte den 15minütigen Stummfilm auf Platz eins.

Knapp dahinter landete die Gesamtschule Kaiserplatz Krefeld, die sich in ihrem Kurzfilm mit Vorurteilen eines deutschen Jungen und eines niederländischen Mädchens auseinander setzte.

Dass Suchtprävention auch unterhaltsam sein kann, bewiesen Teilnehmende der Geschwister-Scholl-Gesamtschule aus Detmold. "Alcoholic" hieß ihr musikalischer Beitrag, der laut Jury auch bei Viva und MTV laufen könnte.

Die übrigen 16 Teams gingen nicht leer aus. Nach jedem Beitrag gab es konstruktive Kritik von zwei Profis. Klemens Radtke und Oliver Rauch kommentierten Stärken und Schwächen der Beiträge. Der Cutter und der Dramaturg gingen mit dem Nachwuchs teils hart, aber immer fair ins Gericht.

Qualität nimmt stetig zu

"Nach drei Jahren stelle ich fest, dass es eine kontinuierliche Verbesserung der Beiträge gegeben hat", kommentiert Oliver Rauch. Dies zeige, dass die Teilnehmer die Kritik auffassen und umsetzen. Dieser Meinung ist auch Detlef Ziegert vom Internationalen Kinder- und Filmfest: "Ich sehe eine deutliche Verbesserung. Sie geht auf das erfolgreiche Konzept zurück, Schüler mit Fachleuten zusammenzubringen."

Acht Stunden lang schauten sich mehr als 200 Gäste die Beiträge an, machten sich Notizen und verfolgten die Kommentare der Experten. Fast alle Schulformen und Jahrgangsstufen waren vertreten, was zu einer großen Bandbreite der Beiträge führte. "Die Filme thematisieren zunehmend eigene Alltagsprobleme, aber auch Träume", so Detlef Ziegert.

Ein weiterer Trend zeigte sich bei der Wahl der Datenträger. Digitale Beiträge verdrängen die Videokassetten.

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