Waris Dirie
Nomadentochter
von Xenia Knorr
In Somalia hat eine Frau nichts zu sagen,
sie hat sich den Männern zu unterwerfen.
Das
bekommt auch Waris zu spüren, denn das jungenhafte
Mädchen bekommt immer die Schläge des Vaters
und anderer Männer ab, aber sie sieht auch zu,
wie ihre geliebte Mutter gedemütigt wird. Ebenso
werden Waris Genitalien verstümmelt, wie bei allen
Frauen in Somalia; als sie dann heiraten muss, flieht
sie aus ihrer Heimat nach Europa und lebt nun in New
York. Nun ist sie selbstbewusst und von keinem Mann
abhängig, denn sie ist ein erfolgreiches Model
und steht auf eigenen Beinen.
Doch auch nach 27 Jahren lassen ihre Erinnerungen
sie noch immer nicht in Ruhe und sie beschließt
ihre Familie in Somalia zu besuchen.
Bei ihrem Aufenthalt erlebt sie eine glückliche
Zeit mit ihren Verwandten, doch ihr macht noch immer
die Frauenunterdrückung dort schwer zu schaffen.
Nun will selbstsichere Waris nichts von den Belehrungen
und Befehlen der somalischen Männer hören,
doch ihr bleibt nichts anderes übrig…
Ein atemberaubende Geschichte, deren Wirklichkeit
man gar nicht fassen kann. Waris schreibt sehr authentisch
und so einfach, dass ihre Gefühle den Leser ergreifen.
Oftmals wird man wütend über den Umgang mit
Frauen und deren Leid und Scherzen. Es ist sehr erstaunlich,
wie ein berühmtes Model vorher in solchen mehr
als ärmeren Verhältnissen gelebt hat. Waris
Dirie lässt den Leser das somalische Denken verstehen
und lehrt es zu deuten. Dabei stellt sie unser Leben
zum Vergleich, was den Leser sein eigenes Dasein kritisch
betrachten lässt. Ein einfach faszinierendes und
berührendes Buch.
Es ist etwas für alle, die bereit
sind, Waris Reise in eine für uns fremde Welt zu
begleiten und ihre Eindrücke mitzuerleben.
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