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20.11.08

PISA-Ergebnisse

Sachsen in allen PISA-Disziplinen auf Platz 1

Berlin (dpa) - Sachsen erreicht beim PISA-Test 2006 in allen Disziplinen den ersten Platz und verweist damit den bisherigen Sieger Bayern auf den zweiten Rang. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Montagabend. Der neue PISA-Bundesländervergleich soll an diesem Dienstag in Berlin offiziell vorgestellt werden.

Im PISA-Untersuchungsschwerpunkt Naturwissenschaften folgt hinter Sachsen und Bayern Thüringen auf Platz drei. Ebenso sieht die


Rangfolge bei den beiden anderen Kompetenzen, beim Lesen- und Textverständnis und in der Mathematik aus.

Es ist der dritte PISA-Bundesländervergleich seit dem ersten Test im Jahr 2000. Für den Bundesländer-Ergänzungstest der weltweiten PISA-Studie wurden 57 000 Schüler an 1500 Schulen getestet.

Mathematik

Naturwissenschaften

Lesen/Textverständnis

Die PISA-Ergebnisse im Fach Mathematik

   Berlin (dpa) - Beim PISA-Bundesländer-Vergleich im Fach Mathematik hat Sachsen am besten abgeschnitten. dpa dokumentiert die Ergebnisse aller 16 Bundesländer:

   Die PISA-Mittelwerte der 15-jährigen Schüler

                            2006      2003      2000

01. Sachsen                  523       523       501

02. Bayern                   522       533       516

03. Baden-Württemberg        516       512       512

04. Thüringen                509       510       493

05. Mecklenburg-Vorpommern   500       493       484

06. Brandenburg              500       492       472

07. Rheinland-Pfalz          500       493       488

08. Hessen                   500       497       486

09. Sachsen-Anhalt           499       502       477

10. Saarland                 498       498       487

11. Schleswig-Holstein       497       497       490

12. Berlin                   495       488       ---

13. Nordrhein-Westfalen      493       486       480

14. Niedersachsen            489       494       478

15. Hamburg                  488       481       ---

16. Bremen                   478       471       452

Gesamtdeutschland            504       503       490

OECD-Schnitt                 498       500       500

   Der Abstand von 30 Punkten entspricht aus Sicht der PISA- Forscher in etwa dem Lernfortschritt eines Schuljahres.

Die PISA-Ergebnisse im Fach Naturwissenschaften

   Berlin (dpa) - Beim PISA-Bundesländer-Vergleich im Fach Naturwissenschaften hat Sachsen am besten abgeschnitten. dpa dokumentiert die Ergebnisse aller 16 Bundesländer im Fach
Naturwissenschaften:

   Die PISA-Mittelwerte der 15-jährigen Schüler

                            2006    2003      2000


01. Sachsen                  541     522       499

02. Bayern                   533     530       508

03. Thüringen                530     508       495

04. Baden-Württemberg        523     513       505

05. Sachsen-Anhalt           518     503       471

06. Rheinland-Pfalz          516     497       489

07. Mecklenburg-Vorpommern   515     491       478

08. Brandenburg              514     486       470

09. Saarland                 512     504       485

10. Schleswig-Holstein       510     497       486

11. Berlin                   508     493       ---

12. Hessen                   507     489       481

13. Niedersachsen            506     498       476

14. Nordrhein-Westfalen      503     489       478

15. Hamburg                  497     487       ---

16. Bremen                   485     477       461

Gesamtdeutschland            516     502       487

OECD-Schnitt International   500     500       500

   Zum Vergleich: 30 PISA-Punkte entsprechen in etwa dem Lernfortschritt von einem Schuljahr.

Die PISA-Ergebnisse im Fach Lesen/Textverständnis

   Berlin (dpa) - Beim PISA-Bundesländer-Vergleich hat in der wichtigen Disziplin Lesen/Textverständnis Sachsen am besten abgeschnitten. dpa dokumentiert die Ergebnisse aller 16
Bundesländer:

   Die PISA-Mittelwerte der 15-jährigen Schüler

                                  2006       2003         2000

01. Sachsen                        512        504          491

02. Bayern                         511        518          510

03. Thüringen                      500        494          482

04. Baden-Württemberg              500        507          500

05. Rheinland-Pfalz                499        485          485

06. Saarland                       497        485          484

07. Hessen                         492        484          476

08. Nordrhein-Westfalen            490        480          482

09. Berlin                         488        481          ---

10. Sachsen-Anhalt                 487        482          455

11. Brandenburg                    486        478          459

12. Schleswig-Holstein             485        488          478

13. Niedersachsen                  484        481          474

14. Mecklenburg-Vorpommern         480        473          467

15. Hamburg                        476        478          ---

16. Bremen                         474        467          448

Gesamtdeutschland                  495        491          484

OECD-Durchschnitt International    492        494          500

   Zum Vergleich: 30 PISA-Punkte entsprechen in etwa dem Lernfortschritt von einem Schuljahr.

17.11.08

Schlaue Regionen - dumme Regionen: PISA und die Intelligenz

Von Karl-Heinz Reith

Berlin (dpa) - Bayerns Schüler waren mit ihren Leistungen bei bisherigen PISA-Tests Gleichaltrigen aus Bremen um weit mehr als ein Schuljahr voraus. Auch am Dienstag wird bei der Veröffentlichung der jüngsten PISA-Studie die Schulpolitik des einen oder anderen Bundeslandes wieder am Pranger stehen. Eine Erklärung ganz anderer Art hat der Psychologe Heinz J. Ebenrett, früher Leiter des Psychologischen Dienstes der Bundeswehr. Gestützt auf jahrzehntelange Erfahrungen mit den Intelligenztests bei der Musterung junger Männer vertritt er die These: Deutschlands helle Köpfe ballen sich im Süden - vornehmlich in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen - während im Norden der Republik eher «weit unterdurchschnittlich» bis durchschnittliche Werte erzielt werden.

Die Daten der Intelligenztests aller 18- bis 22-jährigen als tauglich eingestuften jungen Männer liegen normalerweise bei der Bundeswehr streng unter Verschluss. Wegen des möglichen Sprengsatzes lehnten die Kultusminister Ende der 90er Jahre weitergehende Forschungen ab. Ebenrett übertrug die durchschnittlichen IQ-Werte von 248 727 jungen Männern des Musterungsjahrgangs 1998 in eine Deutschlandkarte - gegliedert nach 83 Kreiswehrersatzämtern. Dabei gibt es weiße Regionen für «weit unterdurchschnittliche» Intelligenz, tiefschwarz für «weit überdurchschnittlich», hellgrau bis grau für «durchschnittlich» bis «überdurchschnittlich».

Auf den ersten Blick belegt die Karte alte Vorteile: Um das ostfriesische Aurich herum ist alles weiß, fast ebenso in weiten Teilen Brandenburgs und Sachsen-Anhalts wie im Ruhrgebiet. In Bayern dagegen gibt es lediglich zwei hellere Zonen - ansonsten glänzt alles tiefschwarz intelligent. Beeindruckend wirken auch die Werte aus Baden-Württemberg und Sachsen - wobei der Ballungsraum Stuttgart und die Region Chemnitz besonders tiefschwarz ins Auge springen.

Veröffentlicht wurde die Karte 2003 in der Beilage der angesehenen Zeitschrift «Das Parlament» - ohne dass dies sonderlich auffiel. Die Intelligenzwerte der Musterungen stützen sich auf einen Rechentest, eine Rechtschreibprüfung und einen Test zum Wort- und Textverständnis
- und decken nach Aussage des Berliner Sozialwissenschaftlers Hans Bertram «zumindest einen Teil des Spektrums jener Leistungen ab, die auch in PISA gemessen werden».

Auffällig: Die durchschnittlichen IQ-Werte stimmen exakt mit den Arbeitsmarktdaten der jeweiligen Region überein: Ist die Arbeitslosigkeit hoch - nimmt die weiße Farbe zu. Psychologe Ebenrett
sagt: «Fehlende Wirtschaftskraft hat Defizite im Bildungswesen und in der Lebensqualität der Menschen zur Folge. Diese wirken sich wiederum negativ auf die intellektuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus.»

Durch hohe Arbeitslosigkeit ausgelöste Abwanderungsströme weckten zugleich Befürchtungen «einer Schrumpfung des Intelligenzpotenzials» und führten zu einem «Verlust von Humankapital» in der Region. Bertram, der die Bundesregierung seit Jahren berät, stützte in einem Vortrag vor den Kultusministern diese These. Den zurückgebliebenen Jugendlichen fehlten dann «auch jene Freunde und Vorbilder, die deutlich machen, dass es sich lohnt, sich anzustrengen und in die eigene Ausbildung zu investieren».

Anhand der PISA-Daten 2000 hatten die deutschen PISA-Forscher noch den engen Zusammenhang von «kognitiven Grundfähigkeiten» - also Intelligenz - und dem Lese- und Textverständnis hervorgehoben - der Basiskompetenz für das Lernen insgesamt.

In der PISA-Auswertung 2003 geht der PISA-Forscher Jürgen Baumert zu Ebenrett und Bertram auf Distanz. Bei den Ergebnissen seien auch jahrzehntelange regionale Traditionen und kulturelle Faktoren zu berücksichtigen - wie gesellschaftliche Wertschätzung von Bildung, soziale Vorleistungen und die Bereitschaft, in die Ausbildung der Kinder zu investieren. Auch den «Verlust von Leistungsvorbildern» sieht Baumert nicht. Abwandern würden in der Regel die Leistungsschwachen.

Mehr Klärung bringen könnte die Veröffentlichung der geheim gehaltenen IQ-Werte, die parallel zum PISA-Test bei den 15-Jährigen erhoben worden sind. Doch: Ländervergleiche kognitiver Grundfähigkeiten sollen grundsätzlich ausgeschlossen bleiben, bekräftigten die Kultus-Staatssekretäre ausdrücklich in einem Beschluss.






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