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aus Schule Politik und Technik

10.11.08

Immer mehr junge Menschen verzichten auf ein Studium

Berlin (dpa) - Immer mehr Abiturienten verzichten verschiedenen Untersuchungen zufolge auf ein Studium. Darauf hat der Präsident des Deutschen Studentenwerkes (DSW), der Bildungsforscher Rolf Dobischat, aufmerksam gemacht. 2002 gaben danach 27 Prozent der Abiturienten und jungen Menschen mit Fachhochschulreife an, nicht studieren zu wollen. Vom Jahrgang 2006 waren dies bereits 32 Prozent, sagte Dobischat am Sonntag auf einer Tagung in Berlin. Auch 2007 habe sich dieser Trend fortgesetzt.

Dobischat forderte Bund und Länder zu einer Kurskorrektur auf. Die in den vergangenen Jahren erheblich ausgeweiteten Zulassungsbeschränkungen an den Universitäten müssten deutlich reduziert, Studiengebühren abgeschafft, das Bafög verbessert und auch mehr Stipendien eingeführt werden.

22.10.08

Institut bestätigt: Bis zu 18 000 verzichteten aufs Studium

Berlin (dpa) - Die Autoren der vom Bundesbildungsministerium unter Verschluss gehaltenen Studiengebühren-Studie haben bestätigt, dass vom Abiturientenjahrgang 2006 zwischen 6000 und 18 000 junge Menschen allein wegen der Gebühren auf ein Studium verzichtet haben. «Überdurchschnittlich ausgeprägt ist der Studienverzicht bei Frauen und Kindern aus hochschulfernen Elternhäusern», heißt es in einer am Dienstagabend verbreiteten Erklärung des Hochschul-Informations- Systems (HIS) in Hannover, das die Studie im Auftrag des Bundesbildungsministeriums erstellt hat.

2006 hatten in Deutschland 415 000 junge Menschen die Hochschulreife erworben. Als erste Bundesländer hatten in diesem Jahr Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Studiengebühren eingeführt. In der Studie, die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt, heißt es
wörtlich: «Durch die Einführung von Studiengebühren verzichtet eine nennenswerte Zahl von Studienberechtigten auf das ursprünglich beabsichtigte Studium.» Bei der Abiturientenbefragung hätten knapp vier Prozent angegeben, «dass ursprünglich gewünschte Studium nicht aufzunehmen, da sie sich Studiengebühren nicht leisten können». Ein Prozent sei sich unsicher. Der Anteil der Verzichtler liege somit «zwischen mindestens 1,5 Prozent und maximal 4,5 Prozent».

In der Erklärung des Instituts heißt es jetzt, dass «abschreckende Effekte von Studiengebühren geringer als vielfach erwartet» seien. «Die Ergebnisse der repräsentativen Untersuchung, bei der rund 5240 Studienberechtigte befragt wurden, zeigen, dass das Gros der Studienberechtigten sich in ihren Studienplänen nicht von Studiengebühren beeinflussen lässt.» Studiengebühren seien nach der Studie nur eine von vielen Ursachen, sich gegen ein Studium zu entscheiden. So würde beispielsweise der Wunsch, «möglichst bald selbst Geld zu verdienen» oder das Interesse für eine praktische Tätigkeit wesentlich häufiger genannt.

Das Bundesbildungsministerium will die Studie erst in vier Wochen zusammen mit einer neuen Studienanfängerbefragung aus dem Jahr 2007 veröffentlichen.

Nach HIS-Angaben erwarten nach dieser Befragung 74 Prozent der Erst-Immatrikulierten, die Studiengebühren bezahlen, im Gegenzug deutliche Verbesserungen der Studienbedingungen. Ein Jahr zuvor habe dieser Anteil lediglich bei 46 Prozent gelegen.

SPD: Auf Studiengebühren statt auf Erbschaftssteuer verzichten

Berlin (dpa) - Die Bundesvorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung, Eva-Maria Stange, hat mit Blick auf den Bildungsgipfel die unions-geführten Bundesländer aufgefordert, «statt auf die Erbschaftssteuer auf Studiengebühren zu verzichten». Wer von einer «Bildungsrepublik» spreche und es ernst meine, die Studienanfängerquote auf mindestens 40 Prozent eines Jahrganges zu erhöhen, «muss Studiengebühren abschaffen», sagte die sächsische SPD- Wissenschaftsministerin am Dienstag in einer Mitteilung.

Die Ergebnisse der am Vortag bekanntgewordenen Studie über die abschreckende Wirkung von Studiengebühren deckten sich auch mit einer sächsischen Abiturientenbefragung der TU Dresden aus dem Jahr 2006. Danach würden rund 30 Prozent der Abiturienten die Wahl ihres Studienorts von der Gebührenfrage abhängig machen und gegebenenfalls in ein anderes Bundesland ohne Gebühren ausweichen. Ebenso viele würde nur studieren, wenn sie zusätzliche finanzielle Unterstützung fänden, etwa durch Eltern, Stipendien oder Darlehen. Die Aussage von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), die Zahl derer, die wegen der Studiengebühren auf ein Studium verzichten, sei nicht beträchtlich, «ist schlicht unglaubwürdig», sagte Stange.

21.10.2008

Gebühren schrecken vom Studium ab - Studie bisher unter Verschluss

Berlin (dpa) - Studiengebühren schrecken doch deutlich mehr junge Menschen vom Studium ab als bisher angenommen. Dies zeigt eine Studie im Auftrag von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Die Untersuchung wird seit Wochen in ihrem Ministerium unter Verschluss gehalten, sie liegt der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin vor.

Danach haben allein vom Abiturienten-Jahrgang 2006 bis zu 18 000 junge Menschen wegen der neuen Gebühren kein Studium aufgenommen. 2006 hatten erst zwei Bundesländer - Niedersachsen und Nordrhein- Westfalen - Gebühren verlangt. Danach erfolgte ihre Einführung in fünf weiteren unionsgeführten Ländern. Insbesondere Frauen und junge Menschen aus bildungsfernen Elternhäusern verzichten der Untersuchung zufolge wegen der Gebühren häufiger auf das Studium.

Die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD), forderte am Montag die unverzügliche Veröffentlichung der Studie. Sie habe schon vor Wochen eine Unterrichtung durch das Ministerium verlangt. Die Ergebnisse dürften vor dem Bildungsgipfel von Bund und Ländern «nicht vertuscht werden», sagte Burchardt. Das Thema gehöre auf den Bildungsgipfel am Mittwoch in Dresden.

SPD-Ministerin Ahnen will «Aus für Studiengebühren»

Berlin (dpa) - Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-regierten Länder, Doris Ahnen, hat «das Aus für Studiengebühren» verlangt. Die SPD habe die abschreckende Wirkung der Gebühren kommen sehen. «Es ist bitter, dass wir jetzt abermals bestätigt werden», sagte Ahnen der Zeitung «Die Rheinpfalz» (Dienstag).

Mit Blick auf den Bildungsgipfel an diesem Mittwoch in Dresden kritisierte Ahnen Uneinigkeit in der Union. Es sei bedauerlich, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (beide CDU) mit den Unions-Ministerpräsidenten «nicht einmal intern auf die Ziele des Bildungsgipfels einigen konnten».

Schavan: Zahl der Studienverzichtler «nicht beträchtlich»

Berlin (dpa) - Bundesbildungsministerium Annette Schavan (CDU) hält die Zahl der jungen Menschen, die wegen Studiengebühren auf eine Hochschulausbildung verzichten «nicht für beträchtlich». Die Ministerin bestätigte, dass in ihrem Hause zwei Studien vorlägen, und zwar eine Abiturientenbefragung des Jahrganges 2006 sowie eine Studienanfängerbefragung 2007. Sie würden derzeit ausgewertet und in etwa vier Wochen veröffentlicht, sagte sie am Montag in Berlin.

Aus den Studien wisse sie, dass für 91 Prozent der jungen Menschen Gebühren bei der Studienentscheidung keine entscheidende Rolle spielten, sagte Schavan. 2006 hatten 415 000 junge Menschen die Schule mit einer Studienberechtigung verlassen, 2007 waren dies 432 500. Eine Ministeriums-Sprecherin sagte, «die negative Tendenz» der ersten Studie werde «aus der Gesamtschau nicht bestätigt».

Nach der vom Ministerium seit Wochen unter Verschluss gehaltenen Abiturientenbefragung haben allein vom Abiturienten-Jahrgang 2006 bis zu 18 000 junge Menschen wegen der neuen Gebühren kein Studium aufgenommen. Die Studie liegt der Deutschen Presse-Agentur dpa vor.

SPD-Chef Franz Müntefering sagte, es habe «keinen Sinn, einen großen Bildungsgipfel zu veranstalten, wenn man auf der anderen Seite Studienzugänge durch Studiengebühren schwer macht». Die Vorsitzende des Bundestagsbildungsausschusses Ulla Burchardt (SPD) forderte die unverzügliche Veröffentlichung der Studie. Das Thema gehöre auf den Bildungsgipfel.

Brisantes zum Bildungsgipfel: Studiengebühren schrecken doch ab

Von Karl-Heinz Reith

Berlin (dpa) - Die Gegner von Studiengebühren haben es schon immer gewusst - die Befürworter sind jetzt zumindest irritiert: Die in 6 unionsgeführten Bundesländern erhobenen Studiengebühren schrecken laut einer aktuellen Studie weitaus mehr junge Menschen vom Studium ab, als bisher angenommen - bis zu 18 000 allein aus dem Abiturientenjahrgang 2006. Und selbst in Bundesländern ohne Gebühren habe das neue Eintrittsgeld für «erhebliche Verunsicherung» unter den Abiturienten geführt.

Die brisante Botschaft, zusammengefasst auf knapp 100 Seiten in einem «Projektbericht» des Hochschul-Informations-Systems (HIS), erreichte das Bundesbildungsministerium bereits Anfang August. Doch eine solche Nachricht - ausgerechnet vor dem Bildungsgipfel von Bund und Ländern, bei dem es um den immer größer werdenden Mangel von akademischen Fachkräften, um die bessere Nutzung von «Begabungsreserven» aus bildungsfernen Schichten - also auch mehr Abiturienten und Studenten gehen soll?

Zu heiß vor dem Gipfel - befand das Ministerium. Abgeordnete, die nach der Studie fragten, wurden vertröstest. Erst in vier Wochen soll nun die Abiturientenbefragung des Jahrganges 2006 zusammen mit einer weiteren Befragung der Studienanfänger 2007 veröffentlicht werden - also derjenigen, die bereits in den Hochschulen sind. Und das alles zusammen interpretiert - ergebe schließlich ein ganz anderes Bild, glaubt man im Ministerium. «Wir Parlamentarier sind selbst in der Lage, Daten zu interpretieren», empört sich die Vorsitzende des Bundestagsbildungsausschusses, Ulla Burchardt (SPD).

Seit 2004 sinkt die Studienneigung unter den Abiturienten kontinuierlich - nicht allein wegen der seit diesem Jahr in der Öffentlichkeit heftig geführten Studiengebührendebatte: Mehr Zulassungsbeschränkungen (Numerus clausus) an den Hochschulen, der mit dem neuen Studenten-Auswahlrecht der Universitäten ausgelöste Wirrwar bei der Einschreibung und die für viele oft unklare Finanzierung des Lebensunterhalts gelten als weitere Gründe für wachsenden Studienverzicht.

Folgt man der Prognose der Kultusministerkonferenz, dann haben in den vergangenen drei Jahren bis zu 180 000 Studienberechtigte zusätzlich auf eine akademische Ausbildung verzichtet - junge Menschen, mit denen man eigentlich an den Hochschulen und später auf dem Arbeitsmarkt gerechnet hätte.

Gleichwohl will Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wie die meisten Unions-Kultusminister von einem Abschreckungseffekt durch Studiengebühren nichts wissen. Vielfach wird argumentiert, dass doch bundesweit nach drei Jahren Rückgang die Anfängerzahl 2007 erstmals wieder gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen ist, und das nicht nur bundesweit sondern zum Teil auch in Ländern, die Gebühren verlangen - wie etwa Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Bei dieser Argumentation fehlt jedoch der Hinweis, dass derzeit die geburtenstärksten Abiturientenjahrgänge in der Geschichte der Bundesrepublik die Schulen verlassen. Im Vergleich zu 2003 gab es im vergangenem Jahr 17 Prozent mehr Abiturienten und junge Menschen mit Fachhochschulreife - aber fünf Prozent weniger Studienanfänger.

Nur jeder zweite Gebührenzahler verspricht sich laut HIS-Studie von seinem Beitrag «verbesserte Studienbedingungen». 45 Prozent sehen sich auch nicht als «fordernder» Kunde an den Hochschulen, wie die Gebührenbefürworter dies immer wieder herausgestellt haben.

An der Universität Hohenheim haben Wissenschaftler einen «Gebührenkompass» eingerichtet. Dabei wird untersucht, wie 54 Universitäten im gesamten Bundesgebiet die neuen Beiträge verwenden und ob sich tatsächlich die Studienbedingungen dadurch verbessern. Das Urteil der Zahler zumindest fiel vernichtend aus: 70 Prozent sind für die sofortige Abschaffung der Gebühren nach dem Vorbild Hessens, meldete die «Zeit» unlängst unter Berufung auf die Studie.

Studiengebühren im Bundesländer-Vergleich

Hamburg (dpa) - Die unionsgeführten Bundesländer im Westen Deutschlands haben Studiengebühren für das Erststudium eingeführt. In den neuen Ländern gibt es keine solchen Gebühren. In Thüringen und Sachsen-Anhalt müssen allerdings Langzeitstudenten - wie in vielen Westländern auch - 500 Euro je Semester zahlen.

NIEDERSACHSEN entschied als erstes Bundesland am 9. Dezember 2005, Semesterbeiträge einzuführen. Erstsemester müssen seit dem Wintersemester 2006/07 pro Halbjahr 500 Euro zahlen. Seit Frühjahr 2007 werden sämtliche Studenten zur Kasse gebeten.

In BADEN-WÜRTTEMBERG müssen Studenten seit dem Sommersemester vergangenen Jahres 500 Euro bezahlen. Der Landtag hatte im Dezember 2005 die Einführung von allgemeinen Studiengebühren beschlossen.

In HESSEN führte die CDU 2007 Studiengebühren von mindestens 500 Euro je Semester ein. Die neue Landtagsmehrheit aus SPD, Grünen und Linken beschloss in diesem Jahr jedoch ein Gesetz, mit dem die Gebühren zum neuen Wintersemester wieder abgeschafft wurden.

In NORDRHEIN-WESTFALEN werden an vielen Hochschulen Gebühren bis zu 500 Euro erhoben. Der Landtag hatte den Hochschulen im März 2006 die Einführung von Studiengebühren erlaubt.

In BAYERN gibt es seit dem Sommersemester 2007 Studiengebühren. Die Hochschulen entscheiden dabei im Rahmen von 100 bis 500 Euro selbst, wie viel sie erheben. Der Landtag hatte im Mai 2006 grünes Licht für die Gebühren gegeben.

In HAMBURG einigten sich CDU und Grüne auf eine Abschaffung der Studiengebühren in ihrer bisherigen Form (500 Euro pro Semester). Künftig sollen Studenten 375 Euro bezahlen - aber erst, wenn sie nach dem Studium arbeiten und mindestens 30 000 Euro im Jahr verdienen. Das Modell wurde zum neuen Wintersemester eingeführt.

Im SAARLAND müssen die Studenten seit vergangenem Wintersemester im ersten und zweiten Semester je 300 Euro bezahlen. Danach werden 500 Euro fällig.

In SCHLESWIG-HOLSTEIN gibt es bisher keine Gebühren. Die CDU ist dafür, die SPD lehnt sie ab. Im Koalitionsvertrag hatten die Partner vereinbart, nicht offensiv Gebühren anzustreben, aber auch keine Insellage in Norddeutschland zuzulassen.

17.10.08

Schavan: KfW wird Zinsen für Studienkredite wieder senken

Berlin (dpa) - Die bundeseigene KfW-Bankengruppe wird ihre umstrittene Zinserhöhung für Studienkredite nach Darstellung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) reduzieren. Wie die Ministerin am Donnerstag im Bundestag mitteilte, soll der Zinssatz nun rückwirkend zum 1. Oktober von 7 Prozent auf 6,5 Prozent zurückgenommen werden. Zuvor hatte der Zinssatz 5,1 Prozent betragen. Einige Landesbanken vergeben Studienkredite ebenfalls zu einem Zinssatz von 6,5 Prozent.

Schavan kündigte an, dass die Rückzahlungsmodalitäten erleichtert werden sollen. Zudem werde mit der Bank darüber gesprochen, wie den Studierenden langfristig ein sicherer Zinssatz garantiert werden könne. Durch die Zinserhöhung zum 1. Oktober auf 7 Prozent hätte sich ein über fünf Jahre laufendes Studentendarlehen um bis zu 4500 Euro gegenüber dem Kreditstart im April 2006 verteuert - als der Zinssatz noch bei 5,1 Prozent lag.

16.10.08

Schavan prüft Schritte gegen Zinsverteuerung für Studienkredite

Berlin (dpa) - Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat die Erhöhung des Zinssatzes für Studienkredite durch die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als «falsches Zeichen» kritisiert. In der «Leipziger Volkszeitung» (Donnerstag) kündigte sie die schnelle Prüfung von Alternativen an. Auch Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) wandte sich scharf gegen die Erhöhung des Zinssatzes auf sieben Prozent. «Es kann nicht sein, dass in Deutschland Studierende für die Fehlleistungen von Bankvorständen büßen müssen», sagte sie in Dresden.

Nach Stanges Angaben verteuert sich durch die Zinserhöhung ein über fünf Jahre laufendes Studentendarlehen um bis zu 4500 Euro gegenüber dem Kreditstart im April 2006 - als der Zinssatz noch bei 5,1 Prozent lag. Es zeige sich einmal mehr, dass die Finanzierung eines Studiums über Kredit unmöglich sei.

Schavan sagte, es sei endlich gelungen, mehr Studienanfänger zu gewinnen. Die Bundesregierung habe mit den Bafög-Verbesserungen «deutlich bessere Umfeldbedingungen» geschaffen. Da könne es nicht sein, dass durch höhere Kreditzinsen «eine abschreckende Wirkung» erzielt werde. Wie die Zeitung schreibt, werde unter anderem auch über eine Umschichtung von Finanzmitteln verhandelt, um die Kredite nicht zu verteuern.

Die Linke forderte die Bundesregierung auf, mit dem aktuellen Maßnahmenpaket zur Finanzkrise auch die Situation der Studierenden mitzubedenken. Durch eine deutliche Ausweitung des Bafögs sollten private Studienkredite überflüssig werden, forderte ihre Bildungspolitikerin Nele Hirsch.

13.10.08

«Focus»: KfW erhöht Kreditzins für Studenten

Berlin (dpa) - Die staatliche KfW-Bankengruppe hat laut «Focus» den Zinssatz für Studienkredite auf 7,0 Prozent erhöht. Damit verteuere sich zum beginnenden Wintersemester ein auf fünf Jahre laufendes Studentendarlehen - maximal 650 Euro monatlich - um bis zu 4500 Euro gegenüber dem Kreditstart im April 2006, berichtete das Magazin. Damals habe der Zinssatz bei 5,1 Prozent gelegen. Andere Banken hielten den Zins für Studentenkredite seit Beginn der Finanzkrise stabil.

08.10.08

BAföG-Empfänger bekommen mehr Spielraum fürs Jobben

Bochum (dpa/tmn) - Studierende, die jobben und gleichzeitig BAföG bekommen, haben künftig etwas mehr Spielraum. Statt bisher 350 dürfen sie nun bis zu 400 Euro pro Monat dazuverdienen, ohne dass es Abzüge beim BAföG gibt, berichtet das in Bochum erscheinende Magazin «Unicum». Allerdings gibt es nach wie vor eine Jahresobergrenze: Mehr als 4800 Euro darf das Jobben nicht einbringen.

Auch Vermögen von mehr als 5200 Euro führt dazu, dass die Förderung gekürzt wird. Dagegen sind die Fördersätze leicht - um zehn Prozent - angehoben worden: So erhalten Studierende, die noch bei den Eltern wohnen, jetzt bis zu 414 Euro. Wer zu Hause ausgezogen ist, kann auf 512 Euro kommen. Ist die Miete höher als 146 Euro, ist ein Mietzuschlag möglich. Die maximale Förderhöhe ist auf 643 Euro gestiegen. BAföG-Bezieher mit einem Kind bekommen zusätzlich 113 Euro monatlich. Für jedes weitere Kind gibt es einen Zuschuss von 85 Euro. Diese Zuschüsse müssen den Angaben zufolge nicht zurückgezahlt werden.

(Internet: www.das-neue-bafoeg.de)

 






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