Die
Seite ist optimiert für Internet Explorer
Traumberuf gefunden
Söhnke Wortmann im ASG Im Rahmen des Internationalen Kinder-
und Jugendfilmfestivals kam Söhnke Wortmann nach Marl, um
bei der Grundung des Kinderfilmclubs Pate zu stehen. Am Abend zeigte
er
seinen Erfolgsfilm "Das Wunder von Bern" im ASG, wo er
1978 dasAbitur gemacht hatte. ALBERT nutzte die
Gelegenheit zu einem Interview,
das Catharina Peters, Nina Kloss und Xenia Knorr mit Söhnke
Wortmann führten. Immer wieder mal hält Söhnke
Wortmann sich in Marl auf, an das er eigentlich keine so gute Erinnerung
hat. Ganz anders
ergeht es ihm mit dem ASG, wo er 1978 das Abitur gemacht hat.
Besonders spannend fand er zu Beginn seiner Schulzeit die Pausen,
als die
Jungenschule ASG von der Mädchenschule GSG noch streng getrennt
war GSG. Bleibenden Eindruck hat bei ihm sein damaliger Mathematiklehrer
Hermann Sandmann hinterlassen, der ihn, den nur sehr mäßigen
Matheschüler, „am Leben erhalten“ hat.
Zum Film ist Söhnke Wortmann, der sich in seiner Schülerzeit
vor allem für Fußball interessierte, eher zufällig,
als er an der Filmhochschule München erstmals mit seinem zukünftigen
Traumberuf in Berührung kam. Als Traumberuf bezeichnet er
das Fime-Machen deshalb, weil es so vielfältige und abwechslungsreiche
Anforderungen stellt. Vom kreativen Prozess des Drehbuchschreibens, über
die Begegnung mit vielen Schauspielern beim Casting, die Reisen
für die Motiv und Schauplatzsuche – all das bringt viel
Abwechslung und spannende Erfahrungen. Besonders betont Söhnke
Wortmann den Moment, wenn das auf dem Papier im Drehbuch Niedergeschriebene
schließlich in bewegte Bilder überführt wird und
die z.T. aufregenden Dreharbeiten beginnen. Die Tüftel-Arbeit
des Schneidens fordert dann noch einmal höchste Sorgfalt und
bietet letztmals die Möglichkeit, Fehler auszuräumen.
Den fertigen Film sieht sich Söhnke Wortmann nur noch bei
der Premiere an, dann nicht mehr, weil er mit kritischem Blick
immer wieder noch Unzulänglichkeiten entdeckt, die ihn quälen.
Auf die Frage, welcher seiner Filme ihm am besten gefällt,
antwortet er ohne Zögern: Das Wunder von Bern. Dieser Film
sei genau so geworden, wie er ihn sich vorgestellt hat. Die Idee
zu diesem Film trug Söhnke Wortmann schon lange mit sich herum,
weil dieses Spiel in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik
einen besonderen Punkt markiert: den Übergang von der Kriegszeit
zur Zeit des selbstbewusster auftretenden Deutschlands des Wirtschaftswunders.
Der Film sei für ihn kein Fußballfilm, wie man immer
wieder vermutet, sondern eine Familientragödie. Eine Lieblingsfigur
in dem Film will Söhnke Wortmann nicht nennen, weil er alle,
ob sympathisch oder unsympathisch, gut verstehen kann.
Auf die Frage, wie seine weiteren Pläne sind, äußert
sich der erfolgreiche Regisseur zurückhaltend. Er habe es
nicht eilig, nach diesem großen Erfolg des „Wunders
von Bern“ ganz schnell vielleicht einen Misserfolg zu riskieren.
Deshalb ruhe er sich erst einmal auf den Lorbeeren aus und warte
in Ruhe ab.
Gefragt, über welche Voraussetzungen ein Regisseur verfügen
muss, nennt Söhnke Wortmann vor allem optische Vorstellungskraft
und Menschenkenntnis, die sich auch gerade dann bewähren
muss, wenn er in dem oft aus 50 bis 80 Personen bestehenden Team
sagen
muss, wohin es gehen soll. (se)
Interview
|