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Sowikurs 12 bekam Besuch von der Vestischen Arbeit Marl
Wie
sieht das Sozialstaatsmodell, das Thema des Sowi-Leistungskurses
ist, in der Praxis aus? Das war
die Fragestellung, die zu der Einladung eines Experten führte,
der die Schülerinnen und Schüler anhand von Fallbeispielen
mit einem heftig diskutierten Thema vertraut machte.
Am Donnerstag, den 15. März, 2007
hatte SoW-Lehrerin Ingrid Runte- Üstün
im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum Thema „Sozialsystem
in Deutschland“ Herrn Kreschner von der Vestischen Arbeit
Marl eingeladen. Der Sowikurs in der Jahrgangstufe 12 hatte
sich schon vorher einige Zeit dem deutschen Sozialstaatsmodell
beschäftigt
und stellte sich die Frage, wie das Sozialstaatsprinzip in
der Praxis, also in Marl aussieht.
In verschiedenen Fallbeispielen erklärte uns Herr Kreschner,
wie eine Berechnung des Arbeitslosengelds II aussieht. Dabei haben
wir erfahren, dass das ALG II an alle erwerbsfähigen hilfebedürftigen
Personen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren ausgezahlt wird, wenn
sie sich in der BRD aufhalten. Keine Leistungen erhalten z.B. Auszubildende,
Schüler ab der 10. Klasse oder Studenten (Bafög). Die
Regelsätze umfassen Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes
einschließlich der angemessenen Kosten für Unterkunft
und Heuzung. Herr Kreschner teilte uns mit, dass z.B. der Regelsatz
bei Alleinstehenden 345 € beträgt zuzüglich der
Anteile an der Grundmiete, Heiz- und Nebenkosten. So legte er weiterhin
dar, dass z.B. eine Familie mit drei Kindern monatlich 1735 € zur
Verfügung hat, wobei der Anteil des ALG II 1159 € beträgt.
Das Sozialsystem wurde, wie vielen bekannt sein wird, 2005
komplett umstrukturiert. Seitdem gibt es das Sozialgesetzbuch
II, das
u.a. die Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe für alle Erwerbsfähigen
zu einem allgemeinen "Arbeitslosengeld II" (Hartz IV)
zusammenführt. Das Ziel dieser Umstrukturierung sei gewesen,
die Kosten für die Kommunen zu senken, die aufgrund der hohen
Zahl von Langzeitarbeitslosen in großen finanziellen Schwierigkeiten
geraten waren.
Nach dieser kurzen, aber dennoch sehr informativen Einführung
die sich besonders mit der Situation in Marl beschäftigten.
So fragten wir u.a.: „Welche Gründe können dazuführen,
das jemand Sozialhilfe beantragen muss?“; oder „ Gibt
es in Marl Kinderarmut?“. Dabei fanden wir heraus, dass besonders
eine geringe Bildung zur Sozialhilfe führen kann, da die Bezahlung
im Job geringer ist und gerade diese Menschen häufig viele
Kinder haben, die versorgt werden müssen! Herr Kreschner distanzierte
sich aber dennoch davon, dass es Kinderarmut in Marl gibt, er ist
viel mehr der Ansicht, dass es den Kindern an Bildung und sozialer
Wärme fehlt als an Geld.
Meiner Meinung nach war die Expertenbefragung sehr informativ,
da uns die Struktur der Vestischen Arbeit und die Problematik
in Marl näher gebracht wurde. Wir können so verstehen, wie
ein Sozialhilfeantrag bearbeitet wird und wissen, wie Marl mit
hilfsbedürftigen
Menschen umgeht! Ich kann anderen Sowikursen nur empfehlen einen
Experten zu einem Thema einzuladen, da man ein Wissen vermittelt
bekommt, das man nicht durch Arbeitsblätter oder Bücher
erarbeiten kann. Ich denke, bei mir und meinen Mitschülern
werden einige Dinge hängenbleiben, von denen wir im späteren
Leben profitieren können!
Wer sich noch weiter über die Struktur der Vestischen Arbeit
oder über die verschiedenen Zahlen, die ich hier aus Platzgründen
nicht aufgeführt habe, informieren möchte, sollte die
Internetseite www.arbeitsargentur.de besuchen.
Johanna de Waal 16. März. 2007
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