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Pubertät - Loslassen und Halt geben

Jan Uwe Rogge spricht zum Auftakt des ASG-Bildungsforums

War es der Leidensdruck aus dem Umgang mit ihren bereits pubertierenden Kindern, war es die Hoffnung, sich für künftige Auseinandersetzungen mit ihnen wappnen zu können oder war es die Hoffnung auf einen höchst unterhaltsamen Abend mit befreiendem Lachen, die Eltern und LehrerInnen in großer Zahl in die schließlich überfüllte Aula des ASG führte zur ersten Veranstaltung im Rahmen des ASG-Bildungsforums?

Der bekannte Pädagoge und Erziehungsberater Jan Uwe Rogge wurde mit seinem Vortrag zum Thema "Pubertät - Loslassen und Halt geben" allen Erwartungen gerecht und bescherte dem veranstaltenden Albert-Schweitzer-Gymnasium einen rundum gelungenen Auftakt der geplanten Vortragsreihe zu Bildungs- und Erziehungsfragen.

Und so konnte ASG-Schulleiter Klaus Jürgen Koch am Ende des Abends ein Wiedersehen mit dem begeistert beklatschten Jan Uwe Rogge ankündigen.

Dem bis auf die letzte Minute gebannt zuhörenden, immer wieder aber auch von Lachen geschüttelten Publikum vermittelte Jan Uwe Rogge die tröstliche Botschaft: der Umgang mit Pubertierenden ist leicht, wenn Eltern und Lehrer einige grundlegende Kenntnisse über diese heikle Entwicklungsphase haben und dabei auch noch einen kritischen Blick auf sich selbst werfen können.

Ausgehend von der überraschenden Parallele zum heranwachsenden Hummer, der schließlich seinen zu eng gewordenen Panzer abwirft, um sich in eine dunkle Höhle zurückzuziehen, beschrieb Jan Uwe Rogge das bisweilen groteske und kaum nachzuvollziehende Verhalten pubertierender Jugendlicher, um dann aber sofort die nicht weniger grotesken Reaktionen von Erziehenden zu beleuchten.

Heiterkeit, aber auch Nachdenklichkeit löste dabei Rogges Klassifizierung und Beschreibung von männlichen Erziehungstypen aus. Rogge machte deutlich, dass weder der sogenannte "Berufspubertierende", der sich mit unangemessener Jugendlichkeit vergeblich bei Jugendlichen anzubiedern versucht und ein Kumpel sein möchte, oder der "Wischiwaschi-Typ", der keine Grenzen erkennen lässt, noch der sogenannte "General", der sich zunächst aus der Erziehung heraushält, um dann ("last minute") dem Jugendlichen "den letzten Schliff" zu geben, erfolgreich sein können. Erziehen, so Jan Uwe Rogge, heißt "in Beziehung treten", aber nicht Grenzen und Unterschiede verwischen. Jugendliche brauchen in der Pubertät, in der sie enorme physische und psychische Veränderungen bewältigen, die Orientierung durch Grenzen setzende, verständisvolle, konsequente und gelassene Eltern.

Jan Uwe Rogge versteht es, sein Publikum mit kleinen Geschichten, in denen er auf höchst lebendige Weise Fallbeispiele und Situationen anschaulich macht, zu fesseln. Dabei provoziert er immer wieder, unterstützt von seiner reichen Gestik und Mimik und mit Hilfe genauer Sprache, bei seinen Zuhörern ein Lachen, das aus dem Wiedererkennen von Situationen und Verhaltensweisen kommt. Am Schluss hat das Publikum erlebt und begriffen, dass die Pubertät keine Tragödie, sondern eine wichtige Lebensphase ist, in der man den Jugendlichen mit Festigkeit, aber auch mit heiterer Gelassenheit begegnen und sich bereit machen sollte, sie allmählich loszulassen.

Feststeht, dass an den Stehtischen im Foyer des ASG, wo in der Pause Getränke und ein kleiner Imbiss gereicht wurden, lebhaft Erfahrungen ausgetauscht und diskutiert wurden. Die Verständigung über Erziehungsfragen zwischen Eltern und Schule ist eines der Anliegen des ASG-Bildungsforums, dessen erfolgreiche Auftaktveranstaltung nur durch die Mitthilfe von Schülerinnen und Schülern (Service) und Eltern (Kartenverkauf) möglich war.

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letztes Update 21.08.2007