Die Seite ist optimiert für Internet Explorer

Comenius-Meeting in Iseo

Müde, aber mit vielen Plänen für die weitere Zusammenarbeit mit den Comenius-Partnerschulen aus Uppsala (Schweden), Barcelona (Spanien), Almada (Portugal) kehrte eine Delegation von Lehrern und Schülern des ASG aus Iseo in Italien zurück.

Ein Bericht von Xenia Knorr

Endlich war es soweit. Das Treffen in Iseo stand bevor.
So landeten wir am 26. Oktober gegen neun Uhr morgens auf dem Flughafen Mailand/Bergamo und mit einem Großraumtaxi ging es dann Richtung Hotel. Unsere Koffer ließen wir da und machten einen Spaziergang durch Iseo. Iseo ist ein verschlafenes kleines Örtchen mit einem wunderschönen Panorama bestehend aus den Bergen und dem Iseosee. Zufällig trafen wir während des Spaziergangs Valeria, eine der italienischen Lehrerinnen. Mit ihr waren auch Marta und Sonia, die Mädchen, bei denen Joana und ich untergebracht seien würden. Wir vier verabschiedeten uns und gingen in Richtung Schule namens I.I.S G. Antonietti. Frau Vollmer, Frau Giegel und Herr Schulte-Ebbert haben dann an diesem Tag eine Fahrt nach Brescia unternommen.

Die Mädchen zeigten uns nur ganz kurz die Schule, danach gingen wir in ein Café namens Margarita. Anschließend trennten wir uns und fuhren zu den Mädchen nach Hause. Dort wurde ich sehr herzlich begrüßt; Sonia lebt mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwerster Sara zusammen. Ich bekam ein eigenes Zimmer. Auch Helena, ein Mädchen aus Barcelona, das bei Sonia untergebracht war, bekam ein eigens Zimmer. Nachdem wir kurz etwas aßen, fuhren wir auch direkt wieder zurück ins Margarita, denn schon bald würden die Portugiesen dort eintreffen. Am späten Nachmittag fuhren wir dann zum Hotel der Lehrer, denn die Katalanen waren eingetroffen. Wir nahmen Helena mit und fuhren dann wieder zur Sonia nach Hause. Dort gab es auch schon Abendessen und einen tollen Kuchen als Nachtisch.

Am nächsten Morgen wurde das Comenius-Arbeitstreffen von Raffaele Rinaldi, dem Direktor der gastgebenden Schule in der mit modernster Präsentationstechnik ausgestatteten Aula eröffnet. Anschließend sahen wir uns alle zusammen den in Barcelona gedrehten Film zum Thema nationale Stereotype an. Es folgte die Begrüßung durch die italienischen Lehrer und anschließend gingen wir in Gruppen eingeteilt durch die Schule. Es fiel auf, dass auf den Gängen deutlich mehr Sitzgelegenheiten waren, die Schule verfügte über mehrere Kaffe- und Snackautomaten. Wir haben drei Computerräume gesehen, dort hatte jeder Schüler einen Rechner mit Flachbildschirm zur Verfügung. Ebenso gibt es dort ein so genanntes Sprachzentrum mit einem Klassensatz von Geräten zum Erlernen neuer Sprachen.
An diesem Schulsystem ist auch interessant, dass Kinder mit geistiger Behinderung ebenso an dieser Schule und zum Beispiel zusammen mit den Abiturienten unterrichtet werden. Sie befinden sich teilweise in speziellen Räumen, aber manche von ihnen nehmen auch am normalen Unterricht teil.
Ein Beispiel dafür ist Simone. Wir kamen in eine Klasse mit regulärem Unterricht, da ging er sofort auf uns zu und begrüßte uns prompt auf Deutsch. Er wird auch von seinen Klassenkameraden unterstützt und akzeptiert. Des Weiteren wird er immer von Enza, einer Lehrerin betreut. Alle kümmerten sich liebevoll um ihn.
So bekommen diese Kinder eine Chance auf einen Abschluss trotz ihrer Behinderung und sind auch in die Gruppe der Nichtbehinderten integriert.

Nach dem Rundgang ging es dann an die Arbeit. Unser Ziel war es, einen Kalender unter dem Motto „your…..“ zu erstellen. Doch das stellte sich als nicht allzu einfach heraus. Wir hatten eine Menge zu diskutieren, fanden jedoch schnell die Lösung. Jedes Land bekam bestimmte Monate zugeordnet und konnte die Kalenderseite beliebig gestalten.
Danach stand auch schon das Mittagessen bevor. Wir aßen im Margarita und machten uns dann mit auf den Weg nach Bergamo, wo wir atemberaubende Kathedralen verschiedener Epochen besichtigten. Leider war dann auch die Zeit schon rum und es ging zurück nach Iseo. Sonia, Helena und ich aßen an dem Abend bei Michele, der ebenfalls zwei Jungs bei sich untergebracht hatte. Micheles Familie war sehr gastfreundlich und das Essen war perfekt.
Es war ein solch heiterer und internationaler Abend, dass ich nachher Kopfschmerzen von dem vielen Lachen und wegen der unterschiedlichen Sprachen bekam.


Doch die Arbeit holte uns am nächsten Morgen ein. Wir arbeiteten intensiv und kooperativ an dem Kalender weiter. Ganz einfach war es zwar nicht, aber mit viel Mühe und Teamgeist wurde er dann auch bald fertig. Wir alle waren stolz auf unser Werk.

Viel Zeit fürs Mittagessen blieb uns nicht, denn schon erwartet uns das Motorschiff nach Montisola, einer Insel im Iseosee. Wir fuhren an vielen kleinen Örtchen vorbei und bestaunten die Schönheit dieser Region. Überall waren Berge und oben drauf Kirchen und Klöster teilweise noch aus dem Mittelalter zu sehen.
Wir spazierten dann durch Montisola und genossen den traumhaften Ausblick auf den See und die Landschaft. Es war auch interessant zu sehen, wie Kiwis wachsen und Olivenbäume aussehen.
Nachdem wir uns noch ein Eis gönnten, ging es auch schon wieder zurück.
Abends waren wir Schüler gemeinsam Pizza essen. Der Abend war ziemlich amüsant und sogar Simone war mit dabei. Nach der leckeren Pizza gingen wir in eine Bar. Auch dort hatten wir alle viel Spaß…

Nach der relativ kurzen Nacht fuhren wir am Samstag alle gemeinsam mit dem Zug nach Brescia. Zunächst hatten wir bis drei Uhr die Möglichkeit in kleinen Gruppen durch die Stadt zu laufen. Ich war mit Joana und Marcello aus Portugal unterwegs.
Anschließend sammelten wir uns an dem großen Dom von Brescia, wo wir auch Frau Schrieverhoff trafen, die leider erst an diesem Tag nach Italien kommen konnte.
Zwei Schülerinnen der I.I.S G. Antonietti berichteten uns über den geschichtlichen Hintergrund des Doms und erzählten auch etwas über den kapitolinischen Tempel, welcher in der Römerzeit erbaut wurde. So sahen wir eine Menge von Brescia und erfuhren auch Details über die Ursprünge der Stadt.
Am Abend gingen wir in eine Bar, wo das Fußballspiel zwischen zwei italienischen Mannschaften live übertragen wurde. Das Lokal war voller Fußballfans, die den Fernseher anbrüllten. Nach dem Fußballspiel mussten wir uns auch schon leider von den meisten verabschieden, denn es war der letzte gemeinsame Abend…

Am Hotel der Lehrer verabschieden wir uns am nächsten Morgen noch von den Katalanen und von den Gastfamilien. Für die deutsche Delegation ging es aber noch weiter in Richtung Verona.
Dort besichtigten wir die Arena di Verona und den Balkon, wo angeblich sich Shakespeares Romeo und Julia trafen. Die Stadt ist sehr romantisch, vor allem wenn man auf den Brücken steht, die den Fluss Etsch überqueren. Auch für Verona war der Tag viel zu kurz, denn wenige Stunden später saßen wir bereits wieder im Flugzeug voller Erinnerungen an die tolle Zeit in Italien.

Alles in allem habe ich viel Spaß gehabt, es war anstrengend und manchmal verwirrtend immer verschiedene Sprachen zu sprechen, doch ich lernte auch etwas dazu. Schade war jedoch, dass nicht alle Schüler gut Englisch sprachen und man sich mit vielen kaum unterhalten konnte!!!
Nichtsdestotrotz wurden Freundschaften geschlossen, die hoffentlich mit Hilfe eines regen E-Mail Austausches erhalten bleiben.


Xenia Knorr

Arbeitstagung in Marl 2003

Arbeitstagung in Almada 2004

Arbeitstagung in Barcelona 2005

Arbeitstagung in Uppsala 2006

zur gemeinsamen Comenius-Website

nach oben

Online Informationen

Der Spiegel - Focus - FAZ - Frankfurter Rundschau - TAZ - Die Zeit

Süddeutsche Zeitung - Netzzeitung - Tagesschau - N-TV - Neue Züricher Zeitung

Marler Zeitung - WAZ

Sonstige

ALBERT ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

letztes Update 19.06.2006