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Ein Ergebnis dieser Veranstaltungsreihe war, dass sich die Rolle der Mathematik und die gesellschaftliche Bedeutung von Mathematikern zueinander konträr entwickelt haben: Kaum ein Wissenschaftszweig kommt heute noch ohne mathematische oder statistische Methoden aus, sei es eine Normalverteilung bei der Bewertung von Klassenarbeiten, sei es die Betrachtung von Intelligenzquotienten bei Aufnahmeprüfungen, sei es die Einführung einer Maßeinheit Bit zur Berechnung von Informationsinhalten. Auf der anderen Seite gehört es nicht zur Allgemeinbildung, Mathematiker und deren Leistungen benennen zu können, geschweige denn diese in einen geschichtlichen Zusammenhang einzuordnen. Hand aufs Herz: Wissen Sie, ob Leonhard Euler ein Zeitgenosse von Goethe oder Maria Theresia war? Der dreitägige Zyklus wurde von Dipl.-Math. Rolf Schumann eröffnet, der die Schülerinnen und Schüler zu einer Reise quer durch die Grundlagen der Mathematik mitnahm. In dem Vortrag wurden viele Themengebiete der Mathematik mit einer Vielzahl von Beispielen gestreift. Mit einer einfachen Frage beginnend, „Können wir einen Papierstreifen so zusammenkleben,
dass wir nicht mehr zwischen der Ober- und Unterseite des Blattes unterscheiden können?“, landet man beispielsweise sehr schnell bei komplexen topologischen Fragen. Schere und Papier bringen weitere erstaunliche Phänomene zu Tage: Ringe, die beim Zerschneiden nicht auseinanderfallen und stattdessen doppelt so lang werden; Ringe, die bei nochmaligem Zerschneiden dann doch zerfallen, aber ineinander verschlungen sind. Am zweiten Tag zeigte die Verfahrensingenieurin Dr. Dorothea Schwarz, wie mathematische Methoden in die betriebliche Praxis umgesetzt werden. Problemstellungen innerhalb der chemischen Prozeßkette sind in mathematische Modelle zu kleiden, um hierauf das gesamte mathematische Kalkül anwenden zu können. Am Ende müssen die berechneten Ergebnisse an der Realität überprüft werden. Hier bedarf es der Beurteilungskraft des Ingenieurs, wenn die Modellgrenzen betrachtet und Fehlerabschätzungen der Rechnung erstellt werden müssen. Schließlich beendete Herr Dr. Klaus Burger die Vortragsreihe mit einem Referat über finanzmathematische Fragestellungen, die üblicherweise von den Controlling-Abteilungen in jedem Unternehmen bearbeitet werden: Gibt es eindeutige Parameter, mit denen eine Chemieanlage bewertet werden kann? Ist es möglich, über objektive und unabhängige Meßgrößen die Finanzmittel innerhalb eines Konzerns optimal zu steuern, so dass maximale Gewinne erzielt werden? Wie werden Absatzmärkte für neue Produkte analysiert? Da sich die Vorträge an Beispielen entlang des jeweiligen persönlichen Lebensweges orientierten, welche Erwartungen jeder an Studium und Beruf hatte und wie diese Erwartungen sich in der beruflichen Praxis darstellt haben, ergaben sich drei wirklich spannende Vorträge, denen man die trockene Materie nicht anmerkte. Aus dem durchweg positiven Feedback kann auf eine gelungene Veranstaltung geschlossen werden, deren Wiederholung im kommenden Jahr sinnvoll erscheint. Dem aufmerksamen "Albert"-Leser ist der Initiator der Vorträge, Rolf Schumann, kein Unbekannter. Der Ehemalige des Albert-Schweitzer-Gymnasiums betreut seit Jahren die Rubrik "Denksportaufgabe", die durch interessante mathematische Rätsel und brillant programmierte Applets begeistert. Rolf Schumann fühlt sich seiner alten Schule gegenüber sehr verbunden, und signalisierte die Bereitschaft, falls Schülergruppen es wünschen, in die Applet-Programmierung einzuführen. Eckehard Löbbert Online Informationen Der Spiegel - Focus - FAZ - Frankfurter Rundschau - TAZ - Die Zeit Süddeutsche Zeitung - Netzzeitung - Tagesschau - N-TV - Neue Züricher Zeitung ALBERT ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.
letztes Update 08.01.2005
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