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Bundeswettbewerb Jugend debattiert 2004
Valentin Jeutner aus Hamburg und Michael Seewald aus Saarbrücken
gewinnen das Finale in Berlin
Bundespräsident Johannes Rau übergibt die Urkunden
30.000 Schüler haben sich am
Wettbewerb beteiligt
Berlin, 16. Mai 2004.(ghst) Rund 30.000 Schüler und
über 1000 Lehrer an 312 Schulen in ganz Deutschland haben
sich am Bundeswettbewerb Jugend debattiert 2004 beteiligt.
Nach hart umkämpften Finaldebatten zu den Themen "Sollen
die Maßnahmen gegen Schulschwänzer verschärft
werden?" und "Soll die Türkei in die Europäische
Union aufgenommen werden?" nahmen die Sieger im Sendesaal
des Rundfunks Berlin-Brandenburg in Berlin ihre Urkunden aus
den Händen des Bundespräsidenten entgegen.

Die Bundessieger von Jugend debattiert 2004 (Foto: GHST)
In der Altersgruppe der Klassen 8 bis 10 konnte der 14-jährige
Valentin Jeutner (Gymnasium Oberalster, Hamburg) den Wettbewerb
für sich entscheiden. Das Finale der Jahrgangsstufen
11 bis 13 gewann Michael Seewald (16 Jahre, Ludwigsgymnasium
, Saarbrücken).
Bundespräsident Johannes Rau, Initiator und Schirmherr
des Projektes Jugend debattiert, gratulierte den Bundessiegern
und betonte die Bedeutung von Rhetorik für die Schule:
"Jugend debattiert hat eine breite Wirkung in alle Schulformen
und Schularten hinein. Darüber freue ich mich. Der Wettbewerb
bewirkt, dass Demokratieerziehung und Rhetorik auch in Deutschland
zueinander finden. Seine Regeln haben sich bewährt und
seine Strukturen auch. In der Landschaft bundesweiter Wettbewerbe
hat Jugend debattiert schon heute einen festen Platz."
Bundespräsident Johannes Rau hatte das Projekt Jugend
debattiert im November 2002 gestartet. Die Hertie-Stiftung
in Frankfurt führt den Wettbewerb durch. Gefördert
wird das Projekt gemeinsam mit der Stiftung Mercator, der
Heinz Nixdorf Stiftung und der Robert Bosch Stiftung für
drei Jahre mit 4,5 Millionen Euro. Die 16 Kultusministerien
leisten einen substanziellen Beitrag, die Kultusministerkonferenz
tritt fördernd auf. Jugend debattiert ist das größte
privat finanzierte Vorhaben zur sprachlichen und politischen
Bildung in Deutschland.

Johannes Rau inmitten der Teilnehmer des Bundesfinales
(Foto: GHST)
Der Wettbewerb erreicht verschiedene Schulformen: Hauptschulen,
Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen und Berufsschulen arbeiteten
im laufenden Schuljahr in 100 Schulverbünden zusammen
- einem bundesweiten Netzwerk, das Qualifizierung und Erfahrungsaustausch
sichern soll. Jugend debattiert verknüpft Training und
Wettbewerb. Professionelle Trainer schulten Lehrer der Klassen
8 bis 13 fächerübergreifend im Debattieren. Mit
speziellen Unterrichtsmaterialien ausges-tattet, trainierten
die Lehrkräfte anschließend ihre Schüler im
Klassenverband. Der Wettbewerb erfolgte auf vier Ebenen: Klasse,
Schulverbund, Land und Bund.
In einer Debatte bei Jugend debattiert äußern sich
jeweils vier Jugendliche zu aktuellen politischen und schulischen
Streitfragen. Jeder erhält zunächst zwei Minuten
ungestörte Redezeit, in der er seine Position - pro oder
contra - darlegt. Es folgen zwölf Minuten freie Aussprache.
Für ein Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine Minute
zur Verfügung. Seine ursprüngliche Meinung darf
er dabei verän-dern. Eine Jury bewertet die Debattanten
nach Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit
und Überzeugungskraft. Die Bundessieger gewinnen eine
sechstägige Akademiewoche und die Aufnahme in ein Alumni-Programm.
Die Jurys beim Bundesfinale waren
prominent besetzt: Doris Ahnen, Präsidentin der Kultusministerkonferenz,
Wolf Schneider, Prof. Gert Ueding und der Bundessieger 2003,
Jakob Gleim, bewerteten die Schüler der Klassen 8 bis 10.
Alexander Fest, Prof. Ulrich von Alemann, Ansgar Kemmann von
der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und Sofie Bandelier
(eine der Finalistinnen aus dem Vorjahr) beurteilten die Finaldebatten
in den Jahrgangsstufen 11 bis 13. Den Regeln des Projekts folgend,
begründeten alle Juroren ihre Wertung öffentlich.
Valentin Jeutner und Michael Seewald
, die am Ende in der Jury-Wertung vorne lagen, sehen in dem
Wettbewerb einen großen Gewinn: "Seine Meinung gut
begründet vorzubringen und trotzdem mit einer gewissen
Kompromissbereitschaft seinem Gegenüber zu begegnen, ist
für mich das Besondere an Jugend debattiert ", so
Valentin Jeutner. Michael Seewald erklärte nach seinem
Finalsieg: "Jugend debattiert bedeutet für mich einen
Beitrag zur Erhaltung und Stärkung der Demokratie. Schülern
wird die Möglichkeit gegeben, Fähigkeiten der Rhetorik
zu erlernen und somit gute Überzeugungsarbeit zu leisten."
Im kommenden Schuljahr wird Jugend
debattiert weiter ausgebaut: Etwa 50.000 Schüler und 1.500
Lehrkräfte an bundesweit 450 Schulen werden dann um den
Sieg konkurrieren. Im März und April 2005 werden die nächsten
Landesfinale ausgetragen, das Bundesfinale findet voraussichtlich
im Juni 2005 statt.
Die Finalteilnehmer
im Bundeswettbewerb Jugend debattiert 2004
Klassen 8 - 10 (Sekundarstufe 1):-
1. Platz: Valentin Jeutner (14 Jahre),
Gymnasium Oberalster, Hamburg
2. Platz: Thomas Altmannshofer (17 Jahre), Wernher-von-Braun-Gymnasium
Friedberg, Bayern
3. Platz: Lina Demirel (16 Jahre), Pius-Gymnasium Aachen, Nordrhein-Westfalen
4. Platz: Eva-Linde Geiling (15 Jahre), Gymnasium Hechingen,
Baden-Württemberg
Jahrgangsstufen 11 - 13 (Sekundarstufe
2):
1. Platz: Michael Seewald (16
Jahre), Ludwigsgymnasium Saarbrücken,Saarland
2. Platz: Oliver Unger (18 Jahre), Pius-Gymnasium Aachen, Nordrhein-Westfalen
3. Platz: Katharina Engler (18 Jahre), Gymnasium Oberalster
Hamburg
4. Platz: Christoph Pelz (18 Jahre), Hoffmann von Fallersleben
Gymnasium Braunschweig, Niedersachsen
Sehr gut präsentierten sich auch
die übrigen Qualifikationsteilnehmer aus NRW, auch wennsie
den Einzug in das Finale nicht mehr erreichten:
- Julia Ganievski aus Iserlohn,
Gymnasium an der Stenner, Sek. I
- Jan Stock aus Essen, Helmholtz-Gymnasium, Sek. I
- Svenja Henning aus Wetter, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Sek.
I
- Max Betz aus Duisburg, Landfermann-Gymnasium, Sek. II
- Peter Mingers aus Aachen, Pius-Gymnasium, Sek. II
- Sophia Müsken aus Duisburg, Landfermann-Gymnasium, Sek.
II (5. Platz)
Bundesfinale 2005
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