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Kölner Stadtanzeiger
VON NINA TRENTMANN, 05.05.06, 21:09h
Mitentscheidend
waren Überzeugungsfähigkeit und Sachkenntnis.
Köln - Ganz still war es am Freitag eine Zeit lang im
Sendesaal des WDR. Höchste Konzentration war gefragt in
der nordrhein-westfälischen Endrunde des Wettbewerbs „Jugend
debattiert“. Jeweils vier Redner aus zwei Altersgruppen
gingen in Gedanken noch einmal ihre Argumente durch. Jeder
wollte zu Wort kommen. Jeder wollte die vierköpfige Jury
von der eigenen
Argumentationsfähigkeit und
Sachkenntnis überzeugen.
Knapp 9000 Schüler aus NRW hatten vorher in 26 regionalen
Wettbewerben um den Einzug in das Landesfinale gekämpft.
Die beiden Erstplatzierten beider Runden nehmen am 11. Juni
am Bundeswettbewerb in Berlin teil.
Vor knapp 600 Zuhörern diskutierten die vier Teilnehmer
der Klassen 8 bis 10 die Frage „Soll auf Flugtickets
eine Abgabe für Zwecke der Entwicklungszusammenarbeit
erhoben werden?“ Für diese Frage hatten die vier
eine jeweils zweiminütige Eröffnungsrede, danach
zwölf Minuten lang Gelegenheit zur Diskussion. Soll die
Dritte Welt mit solch einer Abgabe durchgefüttert werden?
Sollte man das Geld nicht lieber in den Fairen Handel stecken?
Trotz kleiner Unsicherheiten,
die auch vielen Politikern ja trotz großer Debattier-Erfahrung
unterlaufen - wie ein Äh oder eine
längere Denkpause - fand Nina Kloß vom Albert-Schweitzer-Gymnasium
in Marl nach Ansicht der Jury auf diese Fragen die überzeugendsten
Antworten. Die Jury - besetzt mit Professor Ulrich von Alemann
(Universität Düsseldorf), Joachim Frank („Kölner
Stadt-Anzeiger“) Florian Quecke (WDR 5) und den Vorjahressiegern
- lobte die Überzeugungskraft der Zehntklässlerin.
Im Finale der Klassen 11 bis 13 siegte Dennis Delschow vom
Goerdeler-Gymnasium in Paderborn. Er führte in der Frage „Soll
für alle Schüler an weiterführenden Schulen
in NRW der Besuch einer Holocaust-Gedenkstätte vorgeschrieben
werden?“ einen Kompromiss herbei, dem sich die drei anderen
Mitstreiter anschließen konnten.
Nicht nur die Macht der Worte, sondern
auch die Macht der Zahlen bemühten die
Schüler: so zählten nicht nur stichhaltige Argumente,
sondern auch die Fähigkeit, diese mit Fakten zu belegen.
Der Bundeswettbewerb „Jugend debattiert“ ist ein
Projekt der Hertie-Stiftung und steht unter der Schirmherrschaft
des Bundespräsidenten. Es wird von vier großen Stiftungen,
der Kultusministerkonferenz und den Kulturministerien der Länder
unterstützt. Etwa 40 000 Schüler von 400 Schulen
beteiligten sich an dem Wettbewerb, der zum Mitreden und Mitgestalten
in Politik und Gesellschaft anregen möchte.
(KStA)
Allgemeine Informationen
zu Jugend debattiert
Jugend debattiert im Schulverbund
Marl
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