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Marler Zeitung 3.3.2006

Schüler sind gutes Vorbild für Politik
JUGEND DEBATTIERT: Vier Marler im Landeswettbewerb

Schade, dass gestern kaum Politiker in der Aula des Albert-Schweitzer- und Geschwister-Scholl-Gymnasiums waren. Sie hätten dort eine Menge lernen können: Fair, konzentriert und sachlich stritten 32 Marler Schüler über Videoüberwachung, Kombilohn oder Helmpflicht für Radfahrer.

Von Heinz-Peter Mohr

Beim Finale des Wettbewerbs "Jugend debattiert" machten die Schüler vor, wie es in Ausschüssen und Parlamenten zugehen könnte – wenn man anderen zuhört und auf sie eingeht. Hier ging es nicht um persönliche Eitelkeiten oder Abrechnungen, sondern um die Sache.

Am Doppelgymnasium, in der Willy-Brandt-Schule und am Hans-Böckler-Berufskolleg übten die Schüler, wie man überzeugend argumentiert, ohne einander ins Wort zu fallen. Seither hat sich das Klima in den Klassen verbessert, berichten ihre Lehrer.

Vier, die besonders gut überzeugen können, sind Nina Kloß, Pascal Tenkotten, Benedict Schuster (alle ASG) und Carolin Lütkemeier (Böckler-Kolleg). Sie qualifizierten sich gestern für den Landeswettbewerb "Jugend debattiert". Zunächst werden die Vier in Bielefeld und Wuppertal lernen, wie man noch überzeugender diskutiert, dann werden sie Marl in Dortmund und Köln vertreten. Vielleicht haben sie ja sogar eine Chance auf das Bundesfinale im Juni.

Überzeugende Argumente

Während der Debatten war es still in der überfüllten Aula. Weit mehr als 300 Schüler lauschten den Streitenden. Weil die sich alle stark präsentierten, hatten es die Juroren – Eltern, Vorjahressieger, Pädagogen und Politiker – schwer, die Sieger zu ermitteln.

Zum Beispiel beim Finale der Oberstufe: Soll der Kombilohn eingeführt werden, also ein subventionierter Lohn für Langzeitarbeitslose?

Ja, meint Carolin Lütkemeier: "Schon aus Gründen der Menschlichkeit sollten wir Ansätze schaffen, Leute aus der Arbeitslosigkeit herauszuholen. In drei Jahren könnten sie sich qualifizieren und hocharbeiten."

Benedict Schuster hält davon nichts: "Wenn der Staat Jobs subventioniert, dann verschuldet er sich noch weiter. Außerdem werden so keine neuen Arbeitsplätze geschaffen." Beide haben gute Argumente – und eine Chance auf den Landessieg.

 

Allgemeine Informationen zu Jugend debattiert

Basisseminar 2005

 

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letztes Update 03.02.2006