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8. Mai 2005 - 60 Jahre nach Kriegsende - ein Thema
im Geschichtsunterricht am Albert-Schweitzer-Gymnasium Marl

Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c nahmen den 8. Mai 2005 zum Anlass zurückzuschauen. Im Geschichtsunterricht recherchierten sie in kleinen Gruppen, um sich ein Bild zu machen vom Kriegsende, den Erwartungen und Ängsten der deutschen Bevölkerung, den Alltagsbeschwernissen und -freuden, den Vorstellungen der Alliierten und den Möglichkeiten deutscher Politiker, im Nachkriegsdeutschland am Wiederaufbau und der Gestaltung des neuen Deutschlands mitzuwirken. Informationen bezogen sie aus Büchern, der aktuell veröffentlichten Beilage der „Zeit“ sowie den Materialien, die im Internet zu finden sind. Aus diesen Informationen stellten sie eine Ausstellung zusammen, die im Foyer des ASG´s zu sehen ist.

Ein besonderes Ereignis war die Präsentation ihrer Arbeitsergebnisse am 21. Mai vor Eltern und Großeltern, die der Einladung gefolgt waren und sich austauschten.

Neben anschaulichen Vorträgen über den Kriegsverlauf, die Nürnberger Prozesse, die Entnazifizierung oder die „Politiker der ersten Stunde“ (Adenauer, Schumacher, Kaiser, Grotewohl oder Pieck) berichteten die Zeitzeugen, was sie erlebt haben. Sie stellten sich bereitwillig den Fragen der Schülerinnen und Schüler, die interessiert den Berichten folgten. So erfuhren die Zuhörer von den Erlebnissen der damals Neun-, Zehn- und Fünfzehnjährigen, die in Marl oder Herten geboren sind oder die es nach der Flucht aus Pommern oder der Vertreibung aus Karlsbad in die Nähe von Marl „vertrieben“ hatte.

Frau Meyer, heute 85 Jahre alt, erzählte anschaulich von ihrem Arbeitseinsatz als Krankenschwester, der sie nach Paris gebracht und durch den sie ihren späteren Mann im Lazarett kennen gelernt hatte. Sie schilderte die Not der verwundeten Soldaten, die auf dem Weg zurück zu ihren Familien waren, aber als Kriegsgefangene zunächst inhaftiert wurden.


Die Schule war natürlich auch ein Thema: Herr Ballay, der seine Kindheit in Herten verlebte, informierte über eine dreijährige „Ferienzeit“ - erst nach Kriegsende war wieder der Einstieg in einen ordentlichen Schulbetrieb möglich - häufig mit Lehrern, denen noch der Geist des Nationalsozialismus anhing. Danach befragt, wie sie denn wussten, dass der Krieg vorbei sei, antwortete Frau Krömer mit Zustimmung aller anderen Zeitzeugen, dass nach dem Panzerrollen die Stille das Zeichen für das Kriegsende war.

Sehr lebendig wurde über das „Hamstern“ und die damit verbundenen Gefahren berichtet: nicht allein das Fahren in notdürftig reparierten Zügen auch das Sichern der gerade im Tausch erstandenen Kartoffeln wurde geschildert. Das Bewaffnen mit Schottersteinen erklärte sich bei der langsamen Durchfahrt über eine schmale Brücke: die mit langen Stangen und Haken bewaffneten Diebe wurden mit Steinwürfen abgehalten, die gerade errungenen Kartoffeln wieder abgeben zu müssen. Pech, wenn kurz vor Ende der Reise die Polizei kontrollierte und nicht selten konfiszierte.

m.d.

Rede des Bundespräsidenten zum Gedenken des Kriegsendes

 

 

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Online Informationen

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letztes Update 21.05.2005