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Die Russischolympiade 2005
Nele Fels 10a
Unser Tag in Marsberg sollte aufregend und anstrengend werden,
dass wussten wir schon am Tag zuvor.
Doch als wir morgens um 6.00 Uhr am Marler Hauptbahnhof standen,
um auf unseren Zug zu warten, überwog doch erst die Müdigkeit.
Vor uns standen noch ungefähr vier Stunden Zugfahrt mit
mehrmaligem Umsteigen und die ein oder andere erhoffte sich
noch ein bisschen Schlaf.
Letzten Endes wurde daraus aber nichts, da es sehr viel zu
erzählen gab und wir Schüler noch Informationen über
den Ablauf der Olympiade bekamen.
Und je mehr wir über den Ablauf der Olympiade Bescheid
wussten und je näher wir unserm Ziel kamen, desto aufgeregter
wurden wir.
Als wir das letzte Mal umsteigen mussten, sahen wir auch schon
erste Konkurrenz von den fast 400 Schülern, die an der
Olympiade teilnehmen wollten.
Schließlich endete unsere Zugfahrt und kaum waren wir
aus dem Zug ausgestiegen, sahen wir auch schon die ersten Willkommensgrüße
des Carolus-Magnus-Gymnasium, an dem die 28. Russischolympiade
in diesem Jahr stattfinden würde: Mehrere Schüler
der Schule standen mit einem Willkommensschild, das in Russisch
geschrieben war, am Bahngleis, ähnlich wie man es vom
Flughafen her kennt, um uns abzuholen.
Auf unserem kurzen Weg zum Gymnasium begegneten uns
mehrere russische Flaggen, und als wir uns schließlich
durch die Tür des Gymnasiums gequetscht hatten, einige
russische Wörter und noch mehr Dekoration, die uns schon
darauf vorbereiteten, warum wir gekommen waren.
Nach unserer Anmeldung an einem Stand, gingen wir in die Aula,
um an der Begrüßungsfeier teilzunehmen.
Viele Danksagungen an wichtige Menschen, die die Olympiade
ermöglich hatten, eine russische Rede, und musikalische
Darbietungen, der Schüler des Carolus- Magnus- Gymnasium
und natürlich die Eröffnung der Olympiade waren die
Hauptbestandteile der Eröffnungsfeier.
Nervös rutschten zumindest schon wir drei Schülerinnen,
die das Fach Russisch erst im zweiten Lernjahr hatten, auf
unseren Plätzen, da wir wussten, dass es jeden Moment
losgehen würde und wir doch nicht so genau wussten, was
uns erwarten würde.
Nach der Eröffnungsfeier gingen wir doch mit einem etwas
flauen Gefühl hoch zu unseren Räumen, in denen wir
geprüft werden sollten.
Da natürlich nicht alle Schüler auf dem Selben Sprachniveau
waren und da viele Muttersprachler mit teilnahmen, waren wir
unserem Sprachniveau nach in verschiedene Gruppen eingeteilt.
Als erstes startete die Olympiade mit einem Leseverständnistest.
So saßen wir also in einem der Klassenräume des
Gymnasiums mit ungefähr dreißig anderen Schülern
und bekamen einen Text, den wir innerhalb von dreißig
Minuten durchlesen, verstehen und uns wichtige Einzelheiten
merken sollten.
Danach bekamen wir noch einmal zwanzig Minuten Zeit um einen
Multiple- Choice- Test über den Text, den wir gelesen
hatten zu beantworten.
Den anderen drei Schülerinnen, die zum Teil Russisch als
Muttersprache hatten erging es ähnlich wie uns, nur dass
sie einen Text ihres Sprachniveaus bekamen.
Allerdings hatte es wohl Probleme, bei der Einteilung in die
verschieden Gruppen gegeben, sodass eine Schülerin einen
viel zu schwierigen Text bekam.
Dieses Problem wirkte sich dann natürlich auch auf die
darauf folgende mündliche Prüfung aus.
Wir anderen waren ziemlich aufgeregt, da wir ein wenig Angst
hatten uns beim freien Sprechen vor den zwei Prüfern (
Russischlehrer von verschiedenen Schulen) zu blamieren oder
den Faden zu verlieren.
Doch zum Glück waren wir nicht die Einzigen, die diese
Zweifel plagten, da vor den Klassenzimmern genug Schüler
der verschiedenen Schulen auf- und abliefen oder noch vorbereitete
Texte übten.
Aber nachdem
wir uns gegenseitig Mut gemacht hatten und auch noch viel guten
Zuspruch von Frau Fankhänel bekamen, war
alles nicht mehr so schlimm.
Jede mündliche Prüfung dauerte 8 Minuten, doch es
kam einem eher vor wie eine ganze Stunde.
Und alles lief so gut, wie wir uns es nicht vorgestellt hatten.
Auch die beiden Lehrerinnen, die uns begleiteten, mussten sich
keineswegs langweilen, denn während wir Schüler unsere
Tests machten, lief parallel in der Aula der Schule ein Kreativwettbewerb,
bei dem Sketche, musikalische Darbietungen und kleinere Geschichten
aufgeführt wurden (natürlich in Russisch!).
Bis die Testergebnisse bekannt gegeben wurden, lief der Kreativwettbewerb
weiter und zwischendurch gab es nur etwa eine Viertelstunde,
in der kein Programm gezeigt wurde, da auch der Gewinner des
Kreativwettbewerbs ausgemacht werden musste.
Und dann endlich war es so weit. In der Aula bekamen die drei
besten Schüler der jeweiligen Gruppen ihre Preise (z.B.
eine CD-Rom, um seine Sprachkenntnisse zu erweitern), viel
Beifall, ein Teilnehmerglas, das auch alle anderen bekamen
und natürlich wie jeder, eine Uhrkunde.
Unser Beifall war natürlich noch größer, als
Sarah Zander, aus unserem Russischkurs den ersten Platz in
unserer Gruppe machte und Ann-Kristin Pfänder einen zweiten
Platz erreichte und Katharina Koch (Jgst. 13) ebenfalls einen
zweiten Platz in ihrem Sprachniveau
machte.
Aber wir anderen waren nicht sehr enttäuscht, dass wir
nicht einen der ersten drei Plätzen erreicht hatten, da
alles in allem, trotz der anfänglichen Nervosität,
uns die Olympiade sehr viel Spaß gemacht hat.
Außerdem hat es uns allen viel gebracht, weil wir viel
dazu gelernt haben und viele neue Erfahrungen gesammelt haben,
die uns bestimmt noch nützlich sein können.
Ich kann nur sagen, dass ich an einer Olympiade immer wieder
teilnehmen würde, selbst wenn man nicht gewinnt, und es
Personen gib, die einem die Möglichkeit geben an so etwas
Außergewöhnlichem teilnehmen zu dürfen.
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