Verhaltensvertrag


Betr.: Verhaltensvertrag am Albert-Schweitzer-Gymnasium


Im Schulprogramm 2008 des ASG (S.44) ist die Weiterentwicklung bzw. Ergänzung der geltenden Schulordnung als Aufgabe dargestellt. In einer aus Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften zusammengesetzten Arbeitsgruppe wurde am 17.12.2007 vereinbart, einen „Verhaltensvertrag“ für das ASG zu erarbeiten, in dem Lehrer, Eltern und Schüler einen Katalog von Verhaltensregeln niederlegen, der Richtschnur des Verhalten der Beteiligten am ASG sein kann.
Dabei wurde auf eine möglichst breite Beteiligung der Schulöffentlichkeit an dem Prozess der Erarbeitung dieses Regelwerks besonderer Wert gelegt. In Befragungen wurden im Laufe der 2. Hälfte des Schuljahres 2007/08 mit Hilfe eines Arbeitsblatts in Elternversammlungen (Schulpflegschaft, Klassenpflegschaften), in der Lehrerkonferenz und in Klassen verschiedener Jahrgangsstufen der Sek I Ansatzpunkte für einen Regelkatalog erarbeitet. Die Auswertung führte zu dem Entwurf eines Verhaltensvertrages, der nunmehr schriftlich vorliegt und diskutiert werden sollte.

Verhaltensvertrag am Albert-Schweitzer-Gymnasium

(Entwurf)

Grundsätze

Albert Schweitzer ist nicht nur der Namensgeber, sondern verkörpert als weltläufiger Künstler, Wissenschaftler und Arzt mit seinem herausragenden sozialen Engagement in einzigartiger Weise auch die Philosophie unserer Schule.
Das ASG versteht sich als eine an Leistung und pädagogischen Leitwerten orientierte, weltoffene Schulgemeinschaft, in der das Miteinander und Füreinander als grundlegendes Prinzip schulischen Handelns gelebt wird.
Intellektuelle und soziale Fähigkeiten sowie ethische Grundhaltungen und Handlungskompetenzen sollen durch Prozesse des Forderns, Förderns, Beratens und Begleitens schrittweise miteinander aufgebaut und erweitert werden. Lehrkräfte, Eltern und Erziehungsberechtigte, sowie Schülerinnen und Schüler orientieren sich an sechs Grundsätzen für die Arbeit an unserer Schule:

• In unserer Schule soll es menschlich zugehen.
• In unserer Schule soll es gerecht und fair zugehen.
• In unserer Schule werden die Voraussetzungen geschaffen, dass Schüler und Schülerinnen selbstständig und eigenverantwortlich lernen können.
• In unserer Schule wird das Eigentum anderer geachtet.
• In unserer Schule soll man sich wohlfühlen können.
• In unserer Schule muss jeder für die Folgen seines Verhaltens Verantwortung tragen.

Zum Gelingen der Arbeit ist es notwendig, dass alle Beteiligten, Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler aktiv an der Gestaltung des Schullebens mitwirken, dass sie fair und demokratisch, offen, loyal, solidarisch, höflich und respektvoll miteinander umgehen und ihren individuellen Beitrag zum Erhalt und zur Verbesserung des schulischen Zusammenlebens leisten.

In der folgenden Übereinkunft wollen wir Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Erziehungsberechtigte, sowie wir Schülerinnen und Schüler festlegen, wie wir zum Gelingen des Bildungs- und Erziehungsprozesses in unserer Schule beitragen können.


Wir Lehrerinnen und Lehrer sind überzeugt, dass gelingende Bildung und Erziehung als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben in einer zukünftigen Gesellschaft davon abhängt, dass

• alle Schülerinnen und Schüler als noch in der Entwicklung und Reifung befindliche junge Menschen und daher in ihren Schwächen und 'Unvollkommenheiten' angenommen werden,
• ihnen geholfen wird, ihre Stärken zu entwickeln und auszubauen,
• nicht nur ihre körperliche, sondern auch ihre seelische Unversehrtheit gewahrt wird,
• ihnen Freude am Lernen und Neugierde auf die persönliche Entwicklung vermittelt wird.

Deshalb werden wir

• Kritikfähigkeit, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Gerechtigkeit und Vertrauensbereitschaft entwickeln und uns selbst auch daran orientieren,
• Kooperationsbereitschaft ausbauen und diese auch mit den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern und Erziehungsberechtigten umsetzen,
• regelmäßig Lernende und Erziehende über erreichte Lernerfolge informieren und auf erforderliche Nacharbeiten und Korrekturen aufmerksam machen,
• Hilfen anbieten und auf Hilfsangebote auch von dritter Seite aufmerksam machen und auch selbst annehmen.

Wir sagen zu,

• unseren Unterricht zielorientiert gewissenhaft vorzubereiten, methodisch vielfältig anzulegen, Differenzierungs- und Fördermöglichkeiten vorzusehen und Freude am Lernen zu vermitteln,
• Arbeitsaufträge, auch für die häusliche Weiterarbeit (Hausaufgaben), mit Rücksicht auf die Gesamtbelastung der Schülerinnen und Schüler zu erteilen und klar zu formulieren,
• ihre angemessene Erledigung zu überprüfen und bei erkennbaren Schwächen Anregungen zu deren Überwindung zu geben,
• für ein anregendes und motivierendes Unterrichtsklima auch bei schwierigen Klassensituationen zu sorgen,
• positive Lernleistungen auch bei Leistungsschwächeren hervorzuheben und die erforderliche Kritik konstruktiv zu wenden,
• Leistungsbeurteilungen gerecht vorzunehmen und sie zu begründen und sich auch selbst Beurteilungen zu stellen,
• für sachliche und auch persönliche Probleme der Schülerinnen und Schüler offen zu sein und uns für deren Behandlung Zeit zu nehmen,
• regelmäßig für ratsuchende Eltern und Erziehungsberechtigte persönlich zur Verfügung zu stehen,
• uns mit unseren Kolleginnen und Kollegen, die in derselben Klasse unterrichten, sachlich abzustimmen und auch Bildungs- und Erziehungsfragen zu besprechen,
• pünktlich den Unterricht zu beginnen und zu beenden.

Wir unterstreichen hiermit unsere Bereitschaft, bei Nichteinhaltung dieser Zusagen mit Eltern und Schülerinnen und Schülern ein klärendes Gespräch zu führen und gegebenenfalls auch für ein Gespräch mit der Schulleitung zur Verfügung zu stehen.


Wir Eltern und Erziehungsberechtigte wollen

• unsere Kinder in ihren Freuden, Sorgen und Ängsten ernst nehmen und bei ihnen Ehrlichkeit, Toleranz und Verantwortungsbereitschaft unterstützen und entwickeln,
• ihnen, soweit es in unseren Kräften steht, Vorbild und Anregung sein, sie ermutigen, aber auch notwendige Begrenzungen einfordern,
• Hilfen, wenn nötig, erbitten und Hilfsangebote annehmen.

Deshalb werden wir

• Informations- und Beratungsmöglichkeiten der Schule und der Lehrkräfte gewissenhaft prüfen und nutzen,
• die Lehrkräfte in ihrer Bildungs- und Erziehungsarbeit vertrauensvoll unterstützen und ihnen Sorgen um die Kinder rechtzeitig und vertrauensvoll mitteilen,
• gegenüber den Lehrkräften, wenn nötig, konstruktive Kritik äußern und mit ihnen gemeinsam Lösungswege suchen,
• die in der Schule geltenden Regeln und Normen unterstützen.

Wir sagen zu, dass wir

• unsere Kinder zu regelmäßigem Schulbesuch anhalten und mithelfen die Erledigung von Hausaufgaben zu kontrollieren,
• Lernschwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten unmittelbar mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer besprechen,
• konkrete Kritik an einer Lehrkraft, ihrer Unterrichtsgestaltung oder auch ihrem persönlichen Verhalten zunächst fair direkt mit ihr besprechen,
• Kritik der Lehrkräfte an unseren Kindern sorgfältig prüfen, sie mit unseren Kindern besprechen und auf Abhilfe drängen,
• gemeinsam mit den Lehrkräften Maßnahmen zur Überwindung von Schwierigkeiten absprechen und Absprachen auch einhalten,
• die erforderlichen Ausstattungen rechtzeitig bereitstellen und die Kinder zur Mitnahme anhalten,
• dafür zu sorgen, dass die Kinder angemessen gekleidet und mit einem gesunden Frühstück zur Schule gehen,
• die Möglichkeiten der organisierten Schulmitwirkung (Elternabende etc.) nutzen und uns aktiv am Schulleben (Schulveranstaltungen) beteiligen.

Uns ist klar, dass wir bei Nichteinhaltung dieser Zusagen eine schriftliche Einladung zu einem Beratungsgespräch bei der Klassenlehrerin bzw. dem Klassenlehrer erhalten. Wir erklären unsere Bereitschaft, dieser Einladung auch Folge zu leisten. Wir sind damit einverstanden, dass eine zweite Einladung der Schulleitung zur Kenntnis gegeben wird.



Wir Schülerinnen und Schüler wissen, dass unser Schulerfolg und unser erfolgreiches Erwachsenwerden davon abhängig ist, dass wir

• mit Fleiß, Sorgfalt und Verlässlichkeit das in unseren Kräften Stehende dazu beitragen,
• Toleranz üben und Schwächen anderer nicht ausnutzen,
• unseren Lehrerinnen und Lehrern mit Respekt und Vertrauen begegnen und sie in unsere Freuden, Sorgen und Nöte einbeziehen,
• uns an der Gestaltung unseres Schullebens aktiv beteiligen und zu einem guten Schulklima beitragen.

Deshalb werden wir

• im Unterricht aufmerksam sein und aktiv mitarbeiten,
• Sorgen und Ängste unseren Lehrerinnen und Lehrern mitteilen,
• überlegt unsere Meinung vertreten und Zivilcourage gegenüber den Mitlernenden und den Lehrkräften zeigen,
• die aufgestellten Regeln der Schule gewissenhaft einhalten und darauf hinwirken, dass auch andere sie beachten.

Wir sagen zu, dass wir

• keine körperliche Gewalt gegen unsere Mitschülerinnen und Mitschüler ausüben,
• andere nicht mit Schimpfworten oder abwertenden Äußerungen kränken oder verletzen,
• keine Gegenstände mit in die Schule bringen, die andere gefährden könnten,
• Streitigkeiten untereinander friedlich lösen und uns gegebenenfalls Hilfe bei Streitschlichtern bzw. unserer Lehrerin oder unserem Lehrer holen,
• pünktlich zum Unterricht erscheinen,
• unsere Hausaufgaben und andere uns übertragene Aufgaben pünktlich und angemessen erledigen,
• offene Fragen direkt im Unterricht oder gleich nach Unterrichtsende stellen und Antworten einholen,
• bereit sind, auch für andere Verantwortung zu übernehmen.

Sollten wir gegen diese Zusagen verstoßen, sind wir damit einverstanden, dass uns unsere Lehrerinnen und Lehrer zunächst ermahnen, dann unsere Eltern mündlich oder schriftlich benachrichtigen, ein gemeinsames Gespräch zwischen den Lehrkräften, unseren Eltern und uns geführt wird, uns gemeinschaftsfördernde Arbeiten auferlegt werden oder ein Verhaltensvertrag mit uns abgeschlossen wird.


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(Klassenlehrerin/Klassenlehrer) (Eltern/Erziehungsberechtigte) (Schülerin/Schüler)