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Ein Bericht von Nina Kloß
Mit über 100 Marler Schülerinnen
und Schülern arbeitet
der international bekannte Choreograph Royston Maldoom derzeit
an dem Tanzprojekt „Per Elefant zum Mars“. Ebenfalls
auf der Bühne des Marler Theaters stehen zehn Schülerinnen
des ASG der Tanztheater AG von Sportlehrerin Kornelia Günther.Das
Resultat dieses wochenlangen Trainings voll von Anstrengung, Spaß und
Leidenschaft ist bei der Premiere am Samstag, den 29. Oktober 2005,
um 17.30 Uhr im Theater Marl
zu sehen.
Dies ist der Auftakt des 3. internationalen
Festivals "transit
- Tanztheater für junges Publikum", das in der Zeit vom
29.10. bis 19.11.2005 in 11 Städten Nordrhein-Westfalens stattfindet.
Seinen
ersten großen Erfolg als Choreograph feierte der
gebürtige Londoner bereits im Jahre 1975.Für seine Choreographie erhielt er sogleich den Preis der
Französischen Stiftung für hervorragende künstlerische
Leistung.

Anschließend arbeitete er an Werken für
das Dance Theatre of Harlem, New York, das Irish National Ballet,
das Scottish Ballet
und das Ballet Nacional de Peru.Im Jahre 1980 erhielt er eine feste
Stelle als Tanzkünstler
in Schottland.
Später zog es Maldoom nach London, doch nach einiger Zeit
wurde er auch dort wieder vom Fernweh ergriffen, sodass er die
folgenden Jahre in den USA, in Südafrika, in Litauen und in
Kroatien/Bosnien verbrachte.

Immer wieder begegnete er dort Menschen, die
Opfer politischer Auseinandersetzungen waren, wie in Litauen
zu Zeiten des Unabhängigkeitskampfes
und in Kroatien/Bosnien während des Balkankonfliktes.
Doch Maldoom hält es für wichtig, gerade diesen Menschen
das Tanzen zu lehren. Die tänzerischen Erfahrungen haben eine
andere Selbsteinstellung zur Folge, geben ihnen neuen Mut und stärken
sie in ihrem Handeln.
Der Choreograph arbeitete ebenfalls mit Straßenkindern in Äthiopien,
mit jungen Strafgefangenen in Großbritannien, aber auch mit
angehenden Berufstänzern an Tanzschulen.
Des Weiteren lehrte er als Gastchoreograph in
der Ballettabteilung der Hochschule für darstellende Kunst
in Frankfurt/Main und arbeitete letztlich mit den Berliner Philharmonikern.
Seine weltweite Popularität gewann Maldoom mit dem mehrfach
ausgezeichneten Kinofilm "Rhythm is it!", der mitreißend
dokumentiert, wie 250 Jugendliche aus den unterschiedlichsten sozialen
Verhältnissen eine Choreographie zu Strawinskys „Le
Sacre du Printemps“ erarbeiten.
Das aktuelle Projekt „Per Elefant zum Mars“ ist ein
Tanzschauspiel zu der Musik aus „Karneval der Tiere“ von
Camille Saint-Saëns und den „Planeten" von Gustav
Holst.
Maldoom verweist seine Schüler bei den Proben immer wieder
auf die Wichtigkeit, das Vorgetanzte nicht nur zu erlernen, sondern
auch zu fühlen. Durch das Einbringen von Schlüsselwörtern
wie „Kraft und Stärke“ oder „Trauer und
Leid“ fordert er die jungen Tänzer auf, diesen Worten
durch Improvisation in der Bewegung Ausdruck zu verleihen.

„Nicht nur das Tanzen in einer Formation, sondern vor allem
die individuelle Mimik und Gestik sind Vorrausetzungen, um das
Publikum in seinen Bann zu ziehen“, erklärt Maldoom.
Die Regieanweisungen und Erklärungen erfolgen in englischer
Sprache, doch es bedarf nicht vieler Worte, um zu verdeutlichen,
welche Emotionen zum Ausdruck gebracht werden sollen. Die Körpersprache
ist hier das Medium sich als Individuum oder als Teil in einer
Gruppe auszudrücken.
„Obwohl wir alle Laien und keine ausgebildeten Tänzer
sind, hat sich schon nach wenigen Trainingsstunden das Gefühl
eingestellt, neue Erfahrungen zu machen, das Selbstbewusstsein
zu stärken und hier wirklich etwas zu leisten.“
Selbst das Lampenfieber vor der Premiere ist schon in den Hintergrund
getreten.
english version
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