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Im Politikunterricht
hatten wir, die Klasse 5c, einen Gast. Frau Vollmer, unser
Gast hat eine Form Muskelschwund
und sitzt im Rollstuhl. Sie berichtete, dass alle in unserem
Alter (10 - 12 Jahre) es nicht verstehen würden, was es
heißt,
im Rollstuhl zu sitzen.

Wenn sie manchmal mit ihrem elektrischen
Rollstuhl an der Dr. Karl Sonnenschein Schule vorbeikommt, ärgert sie sich über
die Kinder, die auf sie zukommen. Die Kinder wollen sie nämlich "veräppeln".
Sie sagen: "Ei Alte! Lass mich auch mal fahren!" Die
Kinder lasssen sich nicht erklären, dass sie ein Problem mit
den Beinen hat.
Frau Vollmer hat vor 25 Jahren
ihre Krankheit bekommen. Sie kann nicht laufen, weil die Nerven
kaputt sind
und ihr Bein nicht mit
genügend Informationen versorgt wird.
Schon seit 1995 sitzt sie im Rollstuhl. Sie bekam die Krankheit
während ihrer Schwangerschaft. Ihr fiel auf, dass sie nicht
mehr so gut die Treppe steigen konnte.
In Frau Vollmers Haus gibt es keine Treppen.
In der Badewanne hat sie einen Lift. Zur Hilfe hat Frau Vollmer
einen Rollstuhl, bei dem sie einen Sitz herunter klappen kann,
so dass sie steht.
Sie hat sich daran gewöhnt im Rollstuhl zu sitzen. Frau Vollmer
hat zu Hause alles griffbereit hängen, so dass sie nicht aufstehen
muss.
Sie hat früher gerne getanzt,
hat aber das Rollstuhltanzen noch nicht versucht.
Frau Vollmer kocht gerne, sie kann aber nicht so gut Fleisch braten,
weil ihr das Fett ins Gesicht spritzt.
Sie nutzt keinen Bus und keine Bahn, weil immer eine zu große
Lücke zwischen Bordstein und Bus vorhanden ist. So kann sie
nicht "einsteigen".
Wenn sie einkaufen geht, fragt sie Mitmenschen, ob sie ihr etwas
aus dem Regal nehmen können.
Das Leben im Rollstuhl ist ein anderes als unseres!
Christian Hakert, Klasse 5c
Besuch von Frau Vollmer am 21. Mai 2007
Frau Vollmer sitzt im Rollstuhl, weil
sie Muskelschwund hat. Früher war sie gesund, erst nach der
Geburt ihres zweiten Kindes erkrankte sie. Sie merkte, dass sie
sich nicht mehr auf
den Beinen halten konnte und viel ganz oft hin. Dabei verletzte
sie sich so stark, dass sie sich ganz oft Knochenbrüche zuzog
und operiert werden musste. Irgendwann erkannte sie dann, dass
sie auf einen Rollstuhl nicht mehr verzichten kann.

Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund
in einem Behinderten gerechten Haus, das nur eine Etage hat. Sehr
viel im Haushalt versucht Frau Vollmer
selbst zu erledigen, für einige Arbeiten kommt aber 1 x
in der Woche die Freundin ihres Sohnes, um zu helfen. Ihr Mann
muss auch sehr viel im Haushalt
und Garten mithelfen. Für die Badewanne hat Frau Vollmer einen
Lift, der ihr in die Badewanne hilft – und auch wieder heraus.
Das Waschbecken und der Spiegel im Badezimmer hängen so tief,
dass sie sich gut waschen kann- und in den Spiegel gucken kann.Frau
Vollmer besitzt
auch ein spezielles Bett, dass sie hoch – und
runterfahren kann. Außerdem hat sie 1 Rollstuhl und einen
elektrischen „Shopper“. Den Rollstuhl benutzt sie in
der Wohnung, den „Shopper“ wenn
sie unterwegs ist.
Frau Vollmer kann nicht überall
mit ihrem Shopper hin. Vor Rolltreppen hat sie Angst. Außerdem
machen ihr viele Kantsteine sehr zu schaffen. Beim Einkaufen kommt
sie an viele Dinge
nicht heran, weil die zu hoch sind, da ist sie auf fremde Hilfe
immer angewiesen. Zum Schwimmen geht sie auch nicht, weil es ihr
viel zu lange dauert, bis sie im Wasser ist – und auch
wieder, bis sie wieder angezogen ist.
Sie wünscht sich, dass Kinder keine Witze über
sie machen, sondern sie einfach so akzeptieren, wie sie ist.
Sie ist sehr nett
und freundlich.
Claudio Borelli
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