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Von Nele Fels
Was stellt man sich darunter
vor, wenn man von einer Akademie für Schüler der Oberstufe
in den Sommerferien hört? Es hört sich erst mal so
gar nicht nach Ferien an, sondern eher nach Schule in den Ferien
- und mal ganz ehrlich, wer will das schon?
So bin ich also auch ein wenig skeptisch nach Hilden gefahren
in das evangelische Schulzentrum, das sonst als Internat genutzt
wird. Ich hatte mich für den Kurs: „Dramatische Familiengeschichten
lesen, schreiben, spielen“ beworben, bei dem man sich
mit zeitgenössischen Dramen beschäftigt, selbst kleine
Szenen schreibt und diese dann später aufführt. Die
Akademie in Hilden bestand jedoch nicht nur aus diesem Kurs,
sondern noch aus fünf weiteren Kursen: die mathematischen
Probleme der Bildverarbeitung, die Physik und Philosophie der
Relativitätstheorie, die Wissenschaft der Angst, das Bürgerlichen
Gesetzbuch und die Vereinten Nationen waren die Themen der anderen
Kurse.
Jeder dieser Kurse setzte sich auch ca. 16 Schülern und
zwei Kursleitern zusammen. Somit umfasste die Akademie insgesamt
etwa 100 Personen (Akademieleitung eingeschlossen), die aus
ganz Deutschland nach Hilden gereist waren. Außerdem waren
einige ausländische Schüler angereist, die aus Kolumbien,
Spanien, Moldawien, Brasilien, Bulgarien oder Italien kamen.
Neben den festen Kursen, die morgens, nachmittags und am frühen
Abend stattfanden gab es noch die kursübergreifenden Angebote
(KüAs). Jeder konnte Angebote für eine KüA selbst
machen oder einfach nur mitmachen bei den verschiedenen Aktivitäten
wie z.B. dem Chor, diversen Sprachen, einer Band, Zeichnen,
Meditation, Tanzen und Sport. Langweile kam so bestimmt nicht
auf, denn immer gab es irgendwen, mit dem man etwas unternehmen
konnte.
Im Plenum mit allen Akademieteilnehmern wurde jeden Tag die
verschiedenen Aktivitäten angeboten und alles Wichtige
besprochen und diskutiert.
Das Wichtige, was die Akademie jedoch ausmacht, neben den Kursen
und dem was man dort lernt, sind die Kontakte, die man knüpft.
Hier finden sich Schüler zusammen die sich begeistern können,
die großes Interesse an den Themen haben und die sehr
motiviert und engagiert sind. Das heißt also nicht, dass
jeder der, an der Akademie teilgenommen hat zwangsläufig
ein sehr gutes Zeugnis braucht- vielmehr ist ausschlaggebend,
was man außerhalb der Schule macht, wofür man sich
engagiert.
Ich kann nur von mir sprechen und sagen, dass meine Skepsis
spätestens nach dem ersten Tag verflogen war. Anfänglich
dachte ich, dass 17 Tage sehr lang seien - dann gingen sie vorbei
wie im Flug. So viele nette und talentierte Menschen habe ich
selten auf einem Fleck erlebt. Es herrschte eine lockere Atmosphäre,
in der man sich einfach nur wohl fühlen konnte.
Außerdem hatte ich auch das Glück, (wie die meisten)
meine Erstwahl als Kurs haben. Faszinierend war einfac,h wie
viel Gruppen- und Gemeinschaftsgeist in so einer kurzen Zeit
entstehen kann. Häufig fühlte man sich so, als kenne
man die Menschen alle schon sehr lange.
Durch die einzelnen Kurse erfährt man von Berufen, Lebenswegen
und Möglichkeiten, von denen man ohne die Akademie nichts
gewusst hätte. Es ist eine Art kleine Zwischenstufe zwischen
der Uni und der Schule, die einem neue Dimensionen eröffnen
kann.
Ich kann nur sagen, dass ich auf jeden fall noch einmal an einer
Akademie teilnehmen würde, weil man diese Erfahrungen nirgendwo
anders sammeln kann. Es lässt sich schwer beschreiben –
man muss es, denke ich, einfach selbst erleben.
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