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Besuch der Tafel Recklinghausen e.V. durch die Klasse 8d

Am Dienstag, 30. April 2024 besuchten wir, die Klasse 8d, die Recklinghäuser Tafel e. V. Auf dem Weg zur Tafel kamen wir an der kleinen Gastkirche vorbei, die sich - recht unscheinbar - inmitten der Innenstadt Recklinghausen befindet. Während einer kleinen Pause dort erfuhren wir von der Idee der Gastkirche, Bedürftigen zu helfen: Menschen, die in Not sind, können sich dort melden und ihnen wird geholfen.

Dann ging es weiter zur Tafel, die sich an der Herner Straße befindet, außerhalb der Innenstadt. Die Tafel hatte ihren vorherigen Standort aufgegeben, da diejenigen, die die Tafel besuchen, nicht das Gefühl bekommen sollen, „zur Schau gestellt“ zu werden. Am alten Standort konnten vorbeifahrende Autofahrerinnen und Autofahrer einen Blick auf die Schlange der wartenden Tafel-Kundinnen und Tafel-Kunden werfen, was für einige der Wartenden nicht schön war. Der neue Standort ist abgelegener, weniger auffällig.

2024 06 17 Besuch Tafel

Als wir bei der Tafel ankamen, konnten wir sehen, dass gerade neue Lebensmittel geliefert wurden.

Wir trafen auf Daniel Ruppert, Sozialpädagoge und Fachbereichskoordinator, der uns in der nächsten Stunde über den Ablauf und generell über die Tafel informierte. Als erstes zeigte er uns das Büro, die Schaltzentrale der Tafel. Das Büro übernimmt eine wichtige Rolle bei der Organisation der verschiedenen Dienstleistungen. Es plant den Einsatz der 100 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der arbeitslosen Menschen, die durch ihre Tätigkeit bei der Tafel dabei unterstützt werden, wieder in die Jobwelt zu gelangen. Die Ehrenamtlichen helfen bei verschiedenen Aufgaben wie z. B. beim Abholen von Spenden. Durch das Büro werden die Fahrten der tafeleigenen Autos organisiert. So fahren nach einem festen Plan die Tafel-Mitarbeiterinnen und Tafel-Mitarbeiter die Geschäfte an, die regelmäßig Überschüssiges spenden. Oft passiert es auch, dass Kundinnen und Kunden bei ihrem Einkauf bei REWE, Edeka oder Lidl ein Teil mehr kaufen, das in Extrakörbe gelegt wird und für die Tafel gedacht ist.

Neben dem Büro gibt es einen Raum, in dem die gespendeten Waren kontrolliert und sortiert werden. Die gespendeten Lebensmittel sind oft knapp abgelaufen oder nur noch kurze Zeit haltbar.

Die Tafel nimmt auch Waren, die nicht mehr verkauft werden können, aber trotzdem noch gut sind.

Herr Ruppert informierte uns darüber, dass 1/3 der gespendeten frischen Lebensmittel von Menschen nicht mehr verzehrt werden können. Diese Waren werden zur Seite gelegt und von den Tafel-Mitarbeiterinnen und Tafel-Mitarbeitern ins Tierheim oder in den städtischen Zoo gebracht.

Unsere dritte Station war der Verkaufsraum, der Ort, in dem bedürftige Menschen einkaufen können und von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedient werden. Bedürftige Menschen leben in relativer Armut und erhalten nach Prüfung ihrer Einkommenssituation einen Ausweis, der sie berechtigt, bei der Tafel einzukaufen. Herr Ruppert berichtete, dass die Tafel Recklinghausen 2000 bis 2500 Kunden hat (die Zahl schwankt immer etwas), die alle aus Recklinghausen kommen. Bedürftige aus anderen Städten werden nicht aufgenommen und dürfen nicht in der Recklinghäuser Tafel einkaufen. Sind die Voraussetzungen erfüllt, bei der Tafel Recklinghausen einkaufen zu dürfen, erhält die Person einen Ausweis und ihr wird ein Einkaufstag sowie eine feste Zeit zwischen 14 und 17 Uhr zugewiesen, in der die Tafel aufgesucht werden kann. Obdachlose gehören überwiegend nicht zu den Kunden der Tafel, da sie keine Wohnung haben und sie somit auch nicht kochen können.

Der Ablauf im Verkaufsraum ist so, dass am Eingang geprüft wird, ob der Kunde oder die Kundin einkaufsberechtigt ist. Dazu zeigt er oder sie einen Ausweis vor und der ehrenamtliche Mitarbeiter bzw. die ehrenamtliche Mitarbeiterin schaut nach, ob der Kunde oder die Kundin in der Personenliste der Tafel Recklinghausen aufgeführt ist. Wenn ja, erhält der Kunde oder die Kundin einen Laufzettel und darf sich Sachen nehmen. Man darf nicht nehmen, was man will. Die Ehrenamtlichen gucken, wie groß der Haushalt ist und wieviel die Person braucht. So wird verhindert, dass sich ein Ein-Personen-Haushalt z. B. mit zehn Joghurts versorgt. Ist der Einkauf beendet, wird am Ausgang bezahlt. Die Preise für die Waren betragen 10% vom Preis, der normalerweise im regulären Handel erhoben wird. Würde z.B. die Ware bei Aldi 5 € kosten, bezahlt der Kunde/ die Kundin bei der Tafel 0,50 €. Das Geld, dass durch den Verkauf der Waren eingenommen wird, dient der Finanzierung der Tafel. So kann z. B. die Miete für die Räume bezahlt oder ein Transportauto angeschafft werden.

Zum Ende des Besuchs kam die Frage auf, wie lange es die Tafel schon gebe. Hierauf antwortete Herr Ruppert: „Wir feiern das 25jährige Jubiläum, das gar kein schönes Jubiläum ist.“

 

Verfasst von Lara-Marie Biglewski, Laura Schymosch, Mika Caspary, Noah Blaszkiewicz