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Albert - Das Online-Magazin

Schulsiegel 23 24Tomorrow is now – eTwinning Projektaktivitäten für eine nachhaltige Schule

In diesem Schuljahr widmete sich das eTwinning Projekt ‚Tomorrow is now‘ der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Gemeinsam mit ihren italienischen Partnern des Licéo Machiavelli in Rom beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Differenzierungskurses Fit for Europe und Schülerinnen der eTwinning AG der Jahrgangsstufe 7 mit ausgewählten nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen: Keine Armut, Nachhaltige Städte/Gemeinden, Nachhaltiger Konsum/Produktion, Klimaschutz, Leben unter Wasser.

Ausbildung von ‚Future’s literacy‘

Das Projekt zielte auf die Ausstattung der Projektteilnehmer mit Nachhaltigkeitskompetenz.

Zunächst erwarben die Schülerinnen und Schüler Wissen über authentische globale Herausforderungen im Bereich politischer/sozialer/kultureller/ökologischer Systeme, sie erweiterten ihr kritisches Denkvermögen, ihr Problembewusstsein in der Auseinandersetzung mit deren Ursachen, vermittelten dieses in podcasts, photo stories, ebooks, in kahoot quizzes.

Die SuS erkundeten Tätigkeitsfelder globaler Organisationen, gestalteten für diese Werbeplakate. Sie beschäftigten sich mit Möglichkeiten politischer Mitbestimmung auf EU-Ebene, untersuchten, welche European Citizens’ Initiative ihr Agendaziel unterstützt und entwickelten eigene Ideen für eine europäische Bürgerinitiative. Sie kontaktierten auf lokaler Ebene Organisationen, führten Interviews mit Experten (NABU, Zentraler Betriebshof, Tafel e.V., Caritas, Schrebergarten).

Inspiriert von sozialen Revolutionären entwickelten sie Bürgerkompetenzen, die sie in die Lage versetzen, sich für die UN-Agendaziele sozial zu engagieren, indem sie in internationalen Kleingruppen Initiativen entwickelten, die der Erreichung ihres jeweiligen Entwicklungsziels förderlich sind, setzten sie systematisch in die Tat um: eine Bewusstseinskampagne für das Klima, eine Reinigungsaktion, Upcycling von altem Schulmaterial, die Restaurierung der Kräuterspirale im Schulgarten oder die Anlage einer Wildblumenwiese. Geplant sind ferner der Bau eines Bienenhotels aus einem alten Baumstamm, eine Kleider-Tauschbörse und ein Sponsorenlauf der gesamten Jahrgangsstufe 9, der am 20. Juni stattfinden wird. Der Erlös wird einer gemeinnützigen Organisation gespendet, die sich gegen Armut einsetzt.

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Dialog mit Experten

Neuartig an den diesjährigen eTwinning Projektaktivitäten war die Einbindung lokaler Organisationen und die Befragung von Experten. Hierzu zählen Frau Runte-Üstün als Biologin, die uns bei der Sanierung der Kräuterspirale mit ihren Fachkenntnissen und mit tatkräftigem Engagement zur Seite stand, und Herr Prof. Frithjof Küpper, ehemaliger Schüler des Albert-Schweitzer Gymnasiums, der uns als Meeresbiologe mit auf seine Arktisexpedition im März nahm und uns einen Einblick in die Auswirkungen des Klimawandels in Pond Inlet im Norden Kanadas in Videokonferenzen und in einer Konferenz an unserer Schule vermittelte.

https://padlet.com/v1b1/arctic-expedition-xfmsyiuu4nw60fu2

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Vom Fuß- zum Handabdruck

Die Mitwirkung am Projekt hat ermöglicht, dass die Schülerinnen und Schüler sich ihres ökologischen Fußabdrucks bewusst wurden, ihre Lebensweise im Alltag hinterfragten und mit den Partnern Initiativen ergriffen, um nicht nur ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, sondern ihren ökologischen Handabdruck zu vergrößern. Sie haben die Notwendigkeit eines akuten Handlungsbedarfs für Nachhaltigkeit kognitiv nachvollzogen, daraus konkrete Aktionen entwickelt, um ihre Selbstwirksamkeit zu erproben. Dies stärkte das Vertrauen in die Zukunft.

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Die Evaluation der Projekterfahrung weist darauf hin, dass sich die Teilnehmer tatsächlich als ‘agents of sustainable change’ erlebten, indem sie in Eigenregie einen Arbeitsplan für ihre Initiative erstellten, ihre Realisierung organisierten, Poster entwarfen, um Mitstreiter warben.

Die Erfahrung, dass individuelles und kollektives soziales Engagement eine gesellschaftliche/ökologische Verbesserung erzielen kann, stärkte das Selbstbewusstsein aller Projektteilnehmer und eröffnete ihnen neue Perspektiven auf aktive demokratische Partizipation. Die Einbindung lokaler Organisationen und die Kooperation mit dem Meeresbiologen machte das Projekt auch außerhalb der Schulpforten bekannt. 

Auch im nächsten Schuljahr wird wieder ein eTwinning-Projekt angeboten. Wir werden die ‘World’s Largest Lesson’ zur Erreichung der Agendaziele 2023 kontinuierlich mitgestalten, denn: Tomorrow is now.

2. Juni 2023 B. Vollmer